Ist die Fünf-Tage-Woche bald Vergangenheit?

Nur ein Drittel der deutschen Beschäftigten muss am Wochenende nicht arbeiten, so das Ergebnis einer DGB-Studie.

Arbeitswoche und Wochenende gehen immer mehr ineinander über. Dass in manchen Branchen die Beschäftigten auch am Wochenende arbeiten, ist fast unvermeidlich – wie zum Beispiel im Gastgewerbe (hier müssen bis zu 80 Prozent der Arbeitnehmer am Samstag und Sonntag ran), im Handel (54 Prozent) oder im Bereich Gesundheit und Soziales (40 Prozent).


Ungewöhnlich dagegen ist jedoch, dass auch Lehrkräfte (65 Prozent), Beamte (47 Prozent) und Frauen, die in Teilzeit angestellt sind (41 Prozent), oft oder regelmäßig am Wochenende arbeiten müssen. Dies ergab die Studie Stressfaktor Wochenend-Arbeit des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB).


Durchschnittlich arbeiten 35 Prozent der deutschen Beschäftigten auch am Wochenende, insbesondere diejenigen mit niedrigem Einkommen. Im Vergleich dazu ist die Anzahl derer, die sogar Führungsaufgaben inne haben und an Samstagen und/oder Sonntagen zur Arbeit gehen, mit 36 Prozent relativ gering.


Durch die – zusätzlich zur regulären Arbeitszeit anfallenden – Wochenendarbeitsstunden, sinken Erholung und Freizeit für die Betroffenen erheblich. Zeit für Regeneration, um neue Kraft zu tanken und leistungsfähig zu bleiben, wird somit stark eingeschränkt. Auf den aufkommenden Stress folgen nicht selten Erkrankungen, wie Depressionen oder Burnout.

Deshalb fordert der DGB eine Art Anti-Stress-Verordnung, das heißt ein rechtliches Regelwerk zur Stressreduzierung am Arbeitsplatz. Unternehmen beziehungsweise Arbeitgeber wären dazu verpflichtet, die Arbeitsbelastung ihrer Mitarbeiter in einem angemessenen und vertretbaren Rahmen zu halten.