Auch Rentner haben Anspruch auf ein Arbeitszeugnis

23. Juli 2012

Wenn Mitarbeiter in den Ruhestand gehen, müssen Arbeitgeber auf Verlangen ein Arbeitszeugnis ausstellen.

Wenn Arbeitnehmer in den verdienten Ruhestand gehen, stellt sich oftmals die Frage, ob sie Anspruch auf ein Arbeitszeugnis haben. Insbesondere wenn der angehende Pensionär im Ruhestand eine neue Tätigkeit aufnehmen will, ist die Referenz für die Bewerbung wichtig.

Der Anspruch auf ein Arbeitszeugnis leitet sich aus den Paragrafen 630 BGB und 109 GewO ab. Darin ist geregelt, dass alle unbefristet, befristet oder auch nur kurzfristig abhängig beschäftigten Arbeitnehmer Anspruch auf ein Zeugnis haben. Zu den „abhängig Beschäftigten“ zählen auch Teilzeitkräfte und Mitarbeiter in der Probezeit – sowie Auszubildende, Praktikanten, Volontäre oder Trainees. Kein Zeugnisanspruch hingegen besteht für Arbeitnehmer, die (Mehrheits-)Gesellschafter des Unternehmens sind, in dem sie gearbeitet haben.

Wichtig für Arbeitnehmer: Das Zeugnis muss rechtzeitig beim Arbeitgeber angefordert werden, denn der Anspruch kann nach einigen Monaten verwirken. Dies gilt auch für eventuelle Berichtigungen. Bei der Definition von„mehrere Monate“ sind sich die Gerichte uneins. Die Bandbreite der Interpretationen reicht von sechs bis zehn Monate. Der Zeugniswunsch sollte daher am besten rechtzeitig vor Ende des Arbeitsverhältnisses geäußert werden.

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