Schichtarbeit – gut für Betriebe, schlecht für Beschäftigte?

24. April 2013

Die Zahl der Beschäftigten, die Schicht arbeiten, steigt immer mehr an. Für die Betroffenen bedeutet das physische und psychische Belastungen sowie Nachteile für das soziale Leben.

Zwischen 2001 und 2011 hat die Schichtarbeit deutlich – nämlich um 24 Prozent – zugenommen. Die Zahl stieg von 4,8 auf 6 Millionen Beschäftigte. Der Zuwachs ist unter anderem darauf zurück zu führen, dass immer mehr Frauen im Schichtbetrieb tätig sind. Im Jahr 2011 gab es 5 Prozent mehr weibliche Schichtarbeiter als noch 2001. Die Daten stammen aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage zum Thema „Psychische Belastungen aufgrund flexibler und atypischer Arbeitszeiten“ im Februar 2013.

Viele Unternehmen arbeiten im Zwei-, Drei-, aber auch Vier- und Fünfschichtbetrieb. Sie gewährleisten damit unter anderem ständige Erreichbarkeit oder kontinuierliche Produktion, zum Beispiel in Gesundheits- und sozialen Berufen oder in der Industrie. Was in dieser Hinsicht für Arbeitgeber ideal ist, bedeutet für Mitarbeiter, die die wechselnden Schichten stemmen müssen, eine hohe Belastung für den Körper und die Psyche. Darüber hinaus wird die Pflege sozialer Kontakte stark eingeschränkt. Der Tag-Nacht-Rhythmus und die sogenannte innere Uhr geraten durcheinander. Schichtarbeit kommt einem Dauer-Jetlag gleich.

Wer lange Zeit, womöglich über Jahre hinweg, im Schichtbetrieb arbeitet, leidet häufiger unter Schlafstörungen, Depressionen, Magen-Darm-Problemen, Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Oftmals kommen die Folgen der Arbeit im Schichttakt erst nach einer gewissen Zeit zum Vorschein.

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