Schwule und Lesben werden im Berufsleben vielfach noch immer diskriminiert und gemobbt. In Führungspositionen möchten sie deshalb häufig unerkannt bleiben.

Es wird geschätzt, dass 5 bis 10 Prozent der deutschen Bundesbürger homosexuell sind. Der Umgang mit Schwulen und Lesben wird in unserer Gesellschaft immer normaler, homosexuelle Menschen stehen heute viel selbstverständlicher zu ihrer Neigung als noch vor zehn Jahren. Trotzdem gibt es Bereiche, in denen Vorurteile, Mobbing bis hin zur Diskriminierung an der Tagesordnung sind: Das ist unter anderem der Arbeitsplatz. Ein Outing im Berufsleben ist für viele daher undenkbar.

Vor allem in Führungsetagen wird das Thema Homosexualität häufig lieber verheimlicht. Der Karriere zuliebe wird nach außen hin ein heterosexuelles Leben vorgetäuscht, betriebliche Einladungen werden ohne oder gegebenenfalls mit Alibi-Partner besucht. Ansonsten wird vom Privatleben nicht viel preisgegeben, aus Angst vor Zurückweisung und Verlust der Position.

Der Völklinger Kreis e. V. ist der Bundesverband für schwule Manager, Unternehmer und Freiberufler. Er setzt sich unter anderem für die Verbesserung der Arbeitssituation Schwuler hinsichtlich Diskriminierung und Mobbing durch Arbeitgeber, Kollegen und Kunden ein. Sein Ziel ist es, Rechts- und Chancengleichheit für schwule Arbeitnehmer im Berufsleben zu gewährleisten. Alle zwei Jahre verleiht der Völklinger Kreis den Max-Spohr-Preis an Unternehmen, die einen besonderen Wert auf ein gutes Diversity Management legen und in diesem Bereich ausgezeichnete Arbeit leisten. Gewonnen haben diesen Preis unter anderem IBM, die Commerzbank und die Deutsche Telekom.

Auch für Lesben gibt es ein entsprechendes Netzwerk. Der Verband Wirtschaftsweiber e. V. setzt sich ein für das Selbstbewusstsein und die Chancengleichheit lesbischer Fach- und Führungskräfte in Bezug auf berufliche und wirtschaftliche Interessen.