Krank zum Vorstellungsgespräch?

20. August 2013

Laut einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Mecklenburg-Vorpommern ist es rechtens, wenn ein Arbeitnehmer trotz Krankmeldung zu einem Bewerbungsgespräch geht.

Eigentlich sollten sich Arbeitnehmer, wenn sie krank geschrieben sind, daheim bleiben und gründlich auskurieren. Allerdings gibt es auch Ausnahmen, wie der randstadkorrespondent bereits berichtete. Doch manchmal geht ein kranker Mitarbeiter aus einem anderen Grund, wie den hier genannten, aus dem Haus – und trotzdem darf ihm nicht gekündigt werden.

Der Fall war dieser: Ein Abteilungsleiter war arbeitsunfähig geschrieben. Er hatte sich zuvor auf eine neue Stelle beworben und wurde nun zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen – genau in dem Zeitraum, in dem er krank war und deshalb nicht zur Arbeit gehen konnte. Er nahm die Einladung zu dem Gespräch trotzdem wahr. Als sein aktueller Arbeitgeber davon erfuhr, kündigte dieser ihm fristlos.

Der Arbeitnehmer wollte das nicht akzeptieren, ging vor Gericht – und bekam Recht (siehe Urteil vom 5. März 2013, Az. 5 Sa 106/12). Das Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern entschied, dass die Tatsache, dass der Mitarbeiter trotz der Krankmeldung zu einem Vorstellungsgespräch gegangen ist, in diesem Fall kein Kündigungsgrund gewesen ist. Schließlich sei der Angeklagte nur aufgrund einer Einschränkung der Beweglichkeit seines rechten Armes arbeitsunfähig. Deshalb hatte das Wahrnehmen eines Bewerbungstermins keinen negativen Einfluss auf die Genesung des angeklagten Mitarbeiters.

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