Arbeitnehmer über 50: Nachhaltiges Potenzial als Hoffnungsträger?

14. Oktober 2013

Ausgerechnet ältere Beschäftigte als Zielgruppe zu definieren, galt lange Zeit als undenkbar – ist jedoch heute der richtige Ansatz.

Wer hätte vor einem Jahrzehnt noch gedacht, dass eines Tages Stellenanzeigen wie „Führungskraft mit exorbitanter Verantwortung gesucht, maximal 25 Jahre alt, mit mindestens zehn Jahren Berufserfahrung“ irgendwann Geschichte sein könnten? Noch ist es zwar nicht so weit, doch der Weg dorthin ist sicher. Der demografische Wandel lässt die Wirtschaft erfinderisch werden und für neue Ansätze öffnen.

Dabei geht es darum, für altersgerechte Arbeitsumfelder zu sorgen und vor allem die Weiterbildung auf diese Klientel auszuweiten und anzupassen. Bezieht man Menschen über 50 in Zukunft konsequent in die Unternehmensphilosophie mit ein, muss zudem auch an Maßnahmen zur Gesundheitsförderung gedacht werden.

Den Besonderheiten und Stärken älterer Arbeitnehmer hat sich das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit seiner Initiative 50+ verschrieben. Dieses Programm gibt es schon seit fünf Jahren und die bisherigen Erfahrungen mit der Eingliederung älterer Arbeitnehmer sind positiv. So sieht man neben der beruflichen Lebensleistung auch die hohe wertvolle soziale Kompetenz der Mitarbeiter über 50. Sie zeigen gegenüber Jüngeren höhere Verantwortungsbereitschaft, Kompromissfähigkeit  und Selbstdisziplin.

Zudem gelten Teams dann als besonders erfolgreich, wenn sie in ihrer Zusammensetzung heterogen sind – also wenn unterschiedliche Persönlichkeiten, Kulturen oder eben Altersklassen zusammenkommen. Sie alle stehen für unterschiedliche Motivationen und diese werden vor allem bei älteren Arbeitnehmern häufig als besonders groß wahrgenommen.

Doch reicht dies alles immer aus? Kritische Stimmen sehen in einer altersmäßig stark gemischten Belegschaft auf längere Sicht insgesamt die Gefahr der Herabsenkung der Leistungsfähigkeit des Unternehmens. Die Herausforderung wird also in Zukunft nicht nur darin bestehen, eine größere gesellschaftliche Akzeptanz herbeizuführen. Genauso ist zu prüfen, wie ernst ein solcher Zusammenhang genommen werden muss.

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