Betriebe im Fußballfieber – WM 2014

6. Juni 2014

Am 12. Juni 2014 beginnt die Fußball Weltmeisterschaft in Brasilien – mit Spielzeiten jenseits der üblichen Anstoßzeit. Gewerkschaftsvertreter fordern daher eine Anpassung der Arbeitszeiten für die Schichtarbeit. Wer die WM bei der Arbeit mitverfolgen möchte, muss arbeitsrechtlich einiges beachten.

Gemeinsamkeit und Solidarität – das „Wir“-Gefühl: Durch die Fußball WM 2014 in Brasilien stehen sich viele Nationen wieder einmal ganz nah. Doch durch die Zeitverschiebung beginnen die meisten Spiele erst mitten in der Nacht. Für Arbeitnehmer keine leichte Sache, wenn die Schicht morgens um 4.00 Uhr beginnt.

Führende Gewerkschaftsvertreter fordern demnach WM-taugliche Arbeitszeiten für Schichtarbeiter. Die IG BAU (Bauen, Agrar, Umwelt) und die IG BCE (Bergbau, Chemie, Energie) verlangen eine Anpassung der Schichtarbeitszeiten, die es den Mitarbeitern ermöglicht, Spielübertragungen live mit zu verfolgen. So soll beispielsweise eine Frühschicht am Tag nach einem WM-Spiel ein paar Stunden später beginnen.
Solche einvernehmliche betriebliche Lösungen müssen jedoch mit dem Betriebsrat abgestimmt werden, denn durch das Betriebsverfassungsgesetz (§ 87 Abs. 2 Nr. 2 BetrVG) sind Verschiebungen der Arbeitszeiten, Schichttausch sowie Überstundenabbau mit Zustimmung des Betriebsrats durchaus umsetzbar.

Für Arbeitnehmer, die während eines Spiels arbeiten, das Fußballspiel dennoch live mitverfolgen möchten, ist folgendes zu beachten: Spiel- sowie Live-Ticker-Übertragungen im Internet sind arbeitsrechtlich nicht erlaubt, da hierbei die Arbeitspflicht verletzt wird. Wird das Spiel live im Radio mitverfolgt, ist dies im Betrieb rechtlich erlaubt, jedoch nur wenn die Arbeit dadurch nicht beeinträchtigt wird. Wer diese Regelungen nicht einhält, muss mit einer Abmahnung – im schlimmsten Fall – mit einer Kündigung rechnen.

Es gilt: Sondervereinbarungen während der Fußball Weltmeisterschaft müssen vorab mit dem Arbeitgeber abgesprochen werden.

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