2011 gab es laut Statistik-Portal Statista in Deutschland 68 932 sozialversicherungspflichtige Praktikanten. Arbeitsrechtlich gesehen gibt es zur Beschäftigung von Praktikanten einiges zu beachten.

Ein Praktikum ist eine, auf einen bestimmten Zeitraum gerichtete Tätigkeit in einem Unternehmen, die dem Erlernen von praktischen Kenntnissen und Fähigkeiten dient, so die Definition des BAG (Bundesarbeitsgericht).

Generell gilt für Unternehmen zwischen Schüler- und Pflichtpraktika und sogenannten freiwilligen Praktika zu unterscheiden, denn hier gibt es arbeitsrechtlich betrachtet einige Differenzen. Pflichtpraktika dienen ausschließlich dem Lernen und der Ausbildung. Bei einem solchen Arbeitsverhältnis tritt das Berufsbildungsgesetz (BBiG) in Kraft: Die Praktikanten haben demnach keinen Anspruch auf einen Arbeitslohn (lediglich eine Ausbildungsvergütung), die tägliche Arbeitszeit darf nicht länger als acht Stunden betragen und erst ab einer Beschäftigung von vier Wochen steht dem Praktikant ein bedingter Urlaubsanspruch zu. Zudem kann – so die Vorgabe des BBiG – ein Pflicht- oder Schulpraktikant nur aus wichtigem Grund fristlos gekündigt werden (§ 626 Abs. 1 Bürgerliches Gesetzbuch).

Besteht ein Arbeitsverhältnis im Sinne eines freiwilligen Praktikums – meist Schulabgänger und Absolventen – steht die Arbeitsleistung im Unternehmen im Mittelpunkt. Hierbei haben die Praktikanten dieselben Rechte wie alle Arbeitnehmer. Das Bürgerliche Gesetzbuch gibt vor, dem als Praktikant bezeichneten Arbeitnehmer für die geleistete Arbeit eine Vergütung zu zahlen (§ 612 Abs. 2 Bürgerliches Gesetzbuch). Die Entwurfsfassung des, ab Januar 2015 in Kraft tretenden Gesetzes zum Mindestlohn gibt außerdem vor, dass allen Arbeitnehmern – also auch freiwillige Praktikanten außerhalb der Berufsausbildung nach § 26 BBiG – der Mindestlohn zusteht (§ 22 Abs. 1 S. 2 Mindestlohngesetz, Entwurf). Daher gilt: Der Abschluss eines schriftlichen Vertrags ist Pflicht; die darin stehenden Inhalte bezüglich der Praktikumsdauer, Vergütung, Arbeitszeiten und Urlaubsansprüche müssen klar definiert sein. Des Weiteren ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, dem freiwilligen Praktikanten ein qualifiziertes Zeugnis auszustellen.