Arbeitsunfall: Vorgesetzter haftet auch für temporär überlassene Mitarbeiter

19. August 2014

Die gesetzliche Schutzpflicht besteht auch dann für Vorgesetzte, wenn sie vorübergehend Mitarbeiter aus einem anderen Unternehmen beschäftigen, so das Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Koblenz.

Ausschlaggebend für das Urteil war der Arbeitsunfall eines, für kurze Zeit bei einem anderen Unternehmen beschäftigten Monteurs. Für die Dacharbeiten eines Gebäudes in Paderborn hatte der Beschuldigte nicht genug eigenes Personal. Ein weiteres Unternehmen überließ demnach der Firma zwei Mitarbeiter für das Projekt. Aufgrund mangelnder Sicherheitsvorkehrungen stürzte einer der beiden Männer vom Dach und zog sich schwere Schädel- und Wirbelverletzungen zu, die zur Querschnittslähmung des Mitarbeiters führten. Die Berufsgenossenschaft des Verunglückten forderte im Anschluss den angefallenen, durch den Unfall bedingten Aufwand von dem beklagten Vorgesetzten zurück. Der 2. Zivilsenat des OLG Koblenz entschied sich zugunsten der Berufsgenossenschaft.

Der Beklagte verhielt sich anhand der nicht ausreichend gewährleisteten Sicherheitsvorkehrungen am Arbeitsplatz grob fahrlässig und hafte somit gegenüber dem Sozialversicherungsträger gemäß § 110 Abs. 1 des Sozialgesetzbuchs VII.
Demnach hat der Vorgesetzte als Arbeitgeber die Pflicht, für ein sicheres Arbeitsumfeld für die ihm unterstellten Arbeitnehmer zu Sorgen – auch wenn ihm diese nur vorübergehend von einem anderen Unternehmen überlassen werden.

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