Verfügbarkeit nach Feierabend

26. August 2014

Sie kennen das: Kaum sind Sie zuhause, klingelt das Geschäftshandy oder wichtige E-Mails trudeln auf dem Smartphone ein. Doch ist das arbeitsrechtlich wirklich erlaubt?

Arbeitsrechtlich betrachtet, ist die Verfügbarkeit nach Feierabend vom Arbeitsvertrag abhängig. Wird im Arbeitsvertrag eine klar definierte Arbeitszeit – beispielsweise von 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr – vorgegeben, kann der Vorgesetzte die Erreichbarkeit nach Dienstschluss generell nicht von seinem Mitarbeiter verlangen. Ist eine feste Arbeitszeit jedoch nicht vermerkt, kann der Arbeitgeber die dienstliche Verfügbarkeit nach dem Feierabend geltend machen. Hierbei ist jedoch für Arbeitnehmer zu beachten, dass diese Zeit als offizielle Arbeitszeit angerechnet wird und dem Mitarbeiter eine Vergütung zusteht. Wer sich unschlüssig ist, sollte mit dem Betriebsrat – falls vorhanden – oder mit dem Vorgesetzen eine einvernehmliche Regelung zur Verfügbarkeit nach Dienst-Ende vereinbaren.

Des Weiteren muss der Arbeitgeber die Vorgaben des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG) beachten. Das ArbZG gibt vor, dass die maximale tägliche Arbeitszeit nicht mehr als acht Stunden betragen darf (§ 3 ArbZG). Auch § 5 des Arbeitszeitgesetzes muss der Arbeitgeber einhalten, der besagt, dass zwischen Ende und Beginn der Arbeitszeit eine elfstündige Ruhezeit eingehalten werden muss. Beantwortet man demnach nach Dienstschluss E-Mails oder Telefonate, wird die vorgegebene Ruhezeit unterbrochen – es empfiehlt sich daher, die Zeiten genau zu datieren. Doch Vorsicht bei E-Mails: Wer eine kurze E-Mail verschickt – ohne rege Korrespondenz zu führen – unterbricht damit nicht gleich die gesetzlich vorgegebene Ruhezeit.

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