Sommerzeit ist für viele Arbeitnehmer Überstundenzeit – viele Kolleginnen und Kollegen sind im Urlaub, doch die Auftragslage bleibt bestehen. Darf der Arbeitgeber in dieser Zeit von seinen Mitarbeitern zusätzliche Arbeitszeit verlangen?

Klare Vereinbarungen im Arbeits- oder Tarifvertrag zur Regelung von Überstunden können Arbeitgebern sowie Arbeitnehmern viel Ärger – der oftmals vor Gericht landet – ersparen. Wer glaubt, bei Krankheitsfällen, Urlaub oder sonstigen personellen Engpässen extra Stunden absolvieren zu müssen, liegt falsch. Denn bisweilen existieren diesbezüglich keine rechtlichen Grundlagen. Der Arbeitgeber kann von seinen Mitarbeitern – wenn nicht anderweitig vereinbart – nur dann Überstunden verlangen, wenn betriebliche Notfälle das Unternehmen gefährden, wie beispielsweise Brandschäden.

Um von Beginn an für Klarheit zu sorgen, sollten Arbeitgeber daher detaillierte Klauseln in den Arbeitsverträgen aufführen. Diese sollten explizite Angaben zur Abwicklung von geleisteten Überstunden beinhalten, wie zum Beispiel ein bestimmtes Überstunden Kontingent – das innerhalb des Fixgehaltes fällt, ein Freizeitausgleich für angefallene, zusätzliche Arbeitsstunden oder sogenannte Überstundenzuschläge von bis zu 25 Prozent. Dabei gilt jedoch, dass die Anzahl der zu vergütenden und der nicht zu vergütenden Überstunden in diesen Regeln klar definiert sind, ansonsten kann es für den Arbeitgeber teuer werden. Gerichte geben beispielsweise vor, dass bei einer 40-Stunden Woche bis zu acht zusätzlich geleistete Arbeitsstunden nicht unbedingt vergütet werden müssen. Letztendlich sollen Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber von zusätzlich geleisteten Arbeitsstunden profitieren.