Ernste Warnung: Abmahnung

15. September 2014

Wenn es um das Thema Abmahnung geht, herrscht bei vielen Arbeitnehmern Ungewissheit. Aussagen wie „nach der dritten Abmahnung wird gekündigt“ gehören unter anderem zu den größten Mythen.

Gründe einen Arbeitnehmer abzumahnen gibt es für Arbeitgeber viele, doch nicht alle machen eine Abmahnung auch rechtlich wirksam. Der Rechtsprechung nach, gelten ausschließlich Abmahnungen, die im Zuge eines vertragswidrigen Verhaltens des Arbeitnehmers ausgestellt werden. Diese können beispielsweise häufiges Zuspätkommen, Missachtung der betrieblich festgelegten Sicherheitsvorkehrungen oder aber auch negative Verhaltensmuster am Arbeitsplatz sein. Abmahnungen müssen zudem grundsätzlich in Schriftform verfasst werden. Hierbei gilt zu prüfen, dass das Abmahnungsschreiben inhaltlich sowie formal korrekt vom Arbeitgeber ausgestellt wurde. Das Schreiben muss zudem eine explizite Anweisung zur Änderung des Fehlverhaltens beinhalten und über die möglichen Folgen informieren, wenn der Mitarbeiter dies nicht tut. Fällt der Mitarbeiter erneut negativ im Unternehmen auf, kann er bereits nach der ersten Abmahnung gekündigt werden.

Fühlt sich der Arbeitnehmer jedoch zu unrecht abgemahnt, hat er jederzeit die Möglichkeit, eine schriftliche Gegendarstellung einzureichen, die anschließend – wie auch die Abmahnung – der Personalakte beigelegt wird. Zusätzlich ist ein Gespräch mit dem Vorgesetzten empfehlenswert, um eventuelle Missverständnisse zu klären, denn schließlich sollten beide Parteien auch noch nach der Abmahnung weiterhin gut miteinander arbeiten können.

Kommt es im schlimmsten Fall dennoch zu einer Kündigung, hat der Arbeitnehmer das Recht, das Arbeitsgericht zur Prüfung der Richtigkeit der Abmahnung hinzuziehen.

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