Gehälter in den neuen Bundesländern erreichen West-Niveau

10. November 2014

Knapp ein Viertel Jahrhundert nach der deutschen Wiedervereinigung haben sich die Tarifgehälter und –löhne im Osten Deutschlands an den Westen angenähter. Deutliche Unterschiede nach Branchen bestehen jedoch weiterhin.

Das Verhältnis der tariflichen Grundvergütungen (Tarifniveau Ost/West) zwischen Osten und Westen betrug Mitte dieses Jahres im Durchschnitt rund 97 Prozent. Zum Vergleich: 1991 lag das Tarifniveau Ost/West bei circa 60 Prozent. Branchen bezogen gibt es jedoch weiterhin deutliche Unterschiede. So liegt das Tarifniveau Ost/West beispielsweise im öffentlichen Dienst sowie bei Banken bereits bei 100 Prozent und in der Landwirtschaft bei gerade mal 73 Prozent.

Die, in den neuen Bundesländern geltenden tariflichen Wochenarbeitszeiten und Jahressonderzahlungen wie Weihnachtsgeld, unterscheiden sich nach wie vor zum Westen. Demnach betrug Ende 2013 die wöchentliche Tarifarbeitszeit in Ostdeutschland 38,6 Stunden und im Westen Deutschlands 37,5 Stunden. 

Gründe für die bestehenden Unterschiede liegen laut Reinhard Bispinck, Tarifexperte des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI), in der weiterhin schwachen Tarifbindung und –kultur in den neuen Bundesländern. Während diese im Westen über die Jahre zunahmen, wurde die Prägekraft der Tarifverträge in Ostdeutschland über die Jahre verteilt schwächer.

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