Botengang: Wer haftet beim Unfall mit dem privaten Pkw?

28. September 2015

Die Situation ist wie folgt: Der Arbeitgeber schickt den Mitarbeiter mit dessen Privatauto los, um etwas zu erledigen. Dann passiert ein Unfall – es kommt zu einem Sachschaden. Wer kommt nun für den Schaden auf?

Muss der Arbeitnehmer den Schaden an seinem Auto selbst bezahlen, wenn er im Auftrag des Arbeitgebers unterwegs war? Es kommt darauf an, auf welchem Weg er sich zum Zeitpunkt des Unfalls befand, so Arbeitsrechtler. Geschieht der Unfall auf der Strecke zwischen dem Zuhause des Arbeitgebers und dessen Arbeitsplatz, muss er den Schaden selbst tragen. Kommt es jedoch zu einem Unfall während einer Fahrt im Auftrag des Arbeitgebers, so haftet der Arbeitgeber für den Schaden am Privatauto des Mitarbeiters. Hier treten die Regeln des innerbetrieblichen Schadensausgleichs in Kraft: Hat ein Mitarbeiter auf einem Botengang einen Unfall mit seinem eigenen Auto, muss der Arbeitgeber für den Schaden aufkommen. Beim Schadensausgleich kommt es jedoch auf den Verschuldungsgrad des Mitarbeiters an. Hat der Arbeitnehmer nur leicht fahrlässig gehandelt, so trägt der Arbeitgeber die vollen Kosten des Schadens. Passierte der Unfall anhand einer mittleren Fahrlässigkeit, teilen sich – unter Berücksichtigung des Einkommens – Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Kosten. Wurde der Unfall jedoch zwecks einer groben Fahrlässigkeit verursacht, dann muss der Mitarbeiter für den Schaden am eigenen Auto selbst aufkommen.

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