Der Randstad-ifo-flexindex Q1/2016

20. Juni 2016

Flexibilisierung im Personaleinsatz: Die Auswirkung des Mindestlohns auf Praktikumsplätze. 

Der in Zusammenarbeit von Randstad und dem ifo-Institut entwickelte Randstad-ifo-flexindex zeigt die langfristige Bedeutung und Funktion von Flexibilisierung im Personaleinsatz. Im Rahmen der Sonderfrage des flexindex werden zusätzlich aktuelle Personalthemen aufgegriffen. Im 1. Quartal 2016 beleuchtet die Sonderfrage, wie sich der Mindestlohn auf die Anzahl und Vergabe von Praktikumsplätzen ausgewirkt hat.

Auswertung Sonderfrage Randstad-ifo-flexindex im 1. Quartal 2016
Seit dem 1. Januar 2015 gilt in Deutschland der gesetzliche Mindestlohn, der auch bei Praktikumsplätzen relevant ist. Ausgenommen sind lediglich Pflichtpraktika sowie freiwillige Praktika von bis zu drei Monaten. Diese neue Regelung hat gravierende Auswirkungen und zwar auf alle Arten von Praktika.

Ein Jahr nach der Einführung des Mindestlohns ist die Anzahl der Praktikumsplätze rapide zurückgegangen, wie die Personalleiterbefragung ergeben hat. Nur 43% der Unternehmen geben an, seit Anfang 2015 freiwillige und/oder Pflichtpraktika anzubieten. Vor 2015 waren es noch 77%, die ein Praktikum ermöglichten. Der Rückgang ist in allen großen Wirtschaftsbereichen und bei Unternehmen der verschiedensten Größen zu verzeichnen.

In jedem vierten Unternehmen, das generell Praktika anbietet, hat sich seit 2015 zudem die Dauer verändert. Freiwillige Praktika dauern bei der Mehrheit der Unternehmen (74%) nicht mehr länger als drei Monate. Pflichtpraktika dagegen meist noch länger. Die Entwicklung ist nicht zwangsläufig auf die neue Vergütungsregel zurückzuführen, sondern hängt auch mit dem damit gestiegenen bürokratischen Aufwand zusammen, wie die Studie ebenfalls herausgefunden hat.

Die Bedeutung von Flexibilisierung im 1. Quartal 2016
Außerdem werden die Studienteilnehmer im Rahmen des flexindex befragt, welche Flexibilisierungsinstrumente in ihrem Betrieb zum Einsatz kommen. Mit 98% flexibilisieren fast alle Unternehmen das eigene Personalmanagement über einen Auf- und Abbau von Überstunden. Sehr häufig werden aber auch Arbeitszeitkonten (90%) eingesetzt. Zudem werden innerbetriebliche Umsetzungen (87%) und ebenso oft befristete Verträge (76%) genutzt. Die Beschäftigungsmodelle Zeitarbeit (60%), Outsourcing und freie Mitarbeit (beides 47%) finden etwas weniger Anwendung.

flexindex: Instrumente der Flexibilisierung
Vierteljährlich werden circa 1.000 Personalleiter aus Industrie, Handel und dem Dienstleistungssektor zu folgenden Flexibilisierungsinstrumenten befragt:

– Überstunden
– Arbeitszeitkonten
– Innerbetriebliche Umsetzung
– Befristete Verträge
– Minijobs
– Zeitarbeit
– Outsourcing
– Freie Mitarbeiter

Aus den gewonnenen Antworten wird der Flexindex berechnet, mit dem sowohl Veränderungen für die gesamte Wirtschaft als auch sektorspezifische Unterschiede aufgezeigt werden.

Lesen Sie hierzu auch den Bericht bei SPIEGEL ONLINE.

investor relations