Bei Umwegen zur Arbeitstätte nicht versichert

18. Juli 2016

Arbeitnehmer sind nur auf dem unmittelbaren Weg nach und von dem Arbeitsort gesetzlich unfallversichert.

Das Bundessozialgericht (BSG) bestätigte in einem Urteil vom 5. Juli 2016 seine vorherige Rechtsprechung: Es besteht ein „Unfallversicherungsschutz auf einem Weg von einem anderen Ort als dem Ort der Wohnung zur Arbeitsstätte unter anderem dann, wenn der Aufenthalt an dem dritten Ort „angemessen“ ist (Entfernung, Zweck) und der tatsächliche oder geplante Aufenthalt des Versicherten an diesem sogenannten dritten Ort mindestens zwei Stunden dauert.

Ausschlaggebend für das Urteil war die Klage eines Arbeitnehmers, der nach einem Arzttermin auf dem Weg zur Arbeit mit seinem Fahrrad verunglückte. Die gesetzliche Unfallversicherung verweigerte jegliche Leistung mit der Begründung, nur der „unmittelbare Weg nach und von dem Ort der Tätigkeit“ seien versichert. Das BSG gab dem Versicherer anschließend mit seiner Entscheidung recht. Der Arbeitnehmer hielt sich lediglich 40 Minuten in der Arztpraxis auf. Ein Aufenthalt von mindestens zwei Stunden sei auch nicht geplant gewesen.

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