Inklusion: Fördermöglichkeiten nutzen und im Arbeitsalltag profitieren

14. September 2016

Die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung kann eine echte Bereicherung für ein Unternehmen sein. Den arbeitsrechtlichen Bedingungen für den Einsatz von behinderten Mitarbeitern stehen zahlreiche fachliche und finanzielle Förderangebote gegenüber.

Wer das Thema Inklusion in Arbeitgeberkreisen anspricht, erhält oft auf ganz unterschiedliche Gründe, Menschen mit Behinderung nicht einzustellen. Oftmals sind es Vorurteile, wie eine geringere Leistungsfähigkeit oder die Scheu vor bürokratischen Hürden und finanziellen Aufwänden, die einer Beschäftigung von Behinderten entgegenstehen.

Arbeitgeber, die bereits Behinderte zu ihrer Mitarbeiterschaft zählen, berichten in Bezug auf die Leistungsfähigkeit jedoch oft das Gegenteil. Mit überdurchschnittlichem Engagement und besonderen Fähigkeiten, die für bestimmte Aufgaben bestens geeignet sind, leisten Menschen mit Behinderung oftmals einen außerordentlichen Beitrag zum Erfolg des Unternehmens.

Darüber hinaus gelten Mitarbeiter mit Behinderung als überaus motiviert und loyal dem Unternehmen gegenüber. Zudem kann die gegenseitige Hilfsbereitschaft unter den Kollegen den Zusammenhalt und das „Wir-Gefühl“ im Team positiv beeinflussen. Die Übernahme von sozialer Verantwortung wird jedoch auch von der Gesellschaft und nicht zuletzt von den Kunden wohlwollend zur Kenntnis genommen.

In Bezug auf bürokratische und arbeitsrechtliche Regelungen gibt es bei der Einstellung von Mitarbeitern mit Behinderung in der Tat einiges zu beachten. Grundsätzlich hat ein schwerbehinderter Mitarbeiter Anrecht auf fünf zusätzliche Urlaubstage pro Arbeitsjahr und kann Überstunden generell ablehnen. Innerhalb einer sechsmonatigen Probezeit gelten die gleichen Kündigungsregelungen, wie bei nicht behinderten Mitarbeitern. Nach dieser Zeit jedoch sind Kündigungen nur mit Zustimmung des Integrationsamtes möglich.

Wer sich jedoch für die Einstellung von Menschen mit Behinderung entscheidet, kann in den Genuss zahlreicher finanzieller Förderungen kommen. Finanzielle Zuschüsse werden unter anderem von den jeweiligen Integrationsämtern erteilt, wenn es um die Schaffung und Umgestaltung eines behindertengerechten Arbeitsplatzes geht. Aber auch die Bundesagentur für Arbeit stellt Fördermittel bereit. Unter bestimmten Voraussetzungen können zum Beispiel bis zu 70 Prozent des Gehalts eines behinderten Mitarbeiters über einen bestimmten Zeitraum erstattet werden.

Wer fachliche Unterstützung benötigt kann auf die Hilfe der staatlichen Integrationsämter zählen. Sie beraten und begleiten sowohl Behinderte als auch Arbeitgeber bei allen Fragen der Inklusion im Arbeitsalltag.

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