Jeder hat ein Anrecht auf Urlaub in der Probezeit

31. Oktober 2016

Die eigene Hochzeit ist geplant, aber als Mitarbeiter in der Probezeit kann kein Urlaub genommen werden? Ein Irrtum, denn per Gesetz steht auch Beschäftigten in der Probezeit teilweise Urlaub zu.

Wer einen neuen Job beginnt, traut sich nur selten gleich am Anfang Urlaub zu beantragen. Schließlich möchte man sich dem Vorgesetzten und Kollegen als engagierter und kompetenter Mitarbeiter präsentieren. Manchmal lässt es sich jedoch nicht umgehen, beispielsweise wenn die Hochzeit des Freundes ansteht oder die mehrwöchige Fernreise bereits gebucht ist. Der Glaube, dass ein Beschäftigter in der Probezeit keinen Anspruch auf Urlaub hat, hält sich hartnäckig. Ein Mythos, denn der Urlaubsantrag kann nur in Ausnahmefällen vom Vorgesetzten verweigert werden.

Richtig ist, dass Mitarbeiter erst nach Ende der Probezeit Anspruch auf den gesamten Jahresurlaub haben. Was den Beschäftigten in der Probezeit jedoch zusteht ist ein entsprechender Teilurlaubsanspruch. In Zahlen bedeutet das: pro Monat haben neue Mitarbeiter Anspruch auf ein Zwölftel des Jahresurlaubs, was ausgehend von einer Fünf-Tage-Woche und 20 gesetzlichen Urlaubstagen 1,67 Tage pro Monat ausmacht.

Gewährt ein Arbeitgeber dem Job-Neuling diesen Urlaubsanspruch nicht, handelt er unter Umständen rechtswidrig. Eine Verweigerung ist allerdings dann rechtens, wenn ein betriebsbezogener und dringender Grund vorliegt. Dies liegt beispielsweise vor, wenn sich das Arbeitsaufkommen zu bestimmten Stoßzeiten erhöht oder der Betrieb aufgrund eines hohen Krankheitsstandes auf die Leistungen des Mitarbeiters nicht verzichten kann.

Dringende Situationen gibt es jedoch auch bei Arbeitnehmern. Hierfür gibt es gesetzliche Regelungen im BGB. Dementsprechend hat ein Mitarbeiter in der Probezeit ein Anrecht auf eine so genannte „entgeltliche Freistellung“ in Notsituationen. Dies kann beispielsweise die Geburt eines Kindes, die eigene Hochzeit oder auch ein Todesfall in der Familie sein.

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