Winterzeit ist Erkältungszeit – was als Arbeitnehmer im Krankheitsfall zu beachten ist

25. November 2016

Der Himmel ist grau, die Temperaturen sinken rasch und alles um einen herum schnupft und hustet. Grund genug, einmal zu überlegen, welche Rechte und Pflichten man als Arbeitnehmer im Krankheitsfall hat.

Es beginnt mit der Krankmeldung. Wer krank ist muss seinen Arbeitgeber unverzüglich, also in der Regel am ersten Tag der Erkrankung, über seine Arbeitsunfähigkeit sowie die voraussichtliche Dauer informieren. Dies kann grundsätzlich formlos erfolgen. Ein ärztliches Attest muss spätestens am vierten Tag beim Arbeitgeber vorliegen. Aber Achtung! In den für den Mitarbeiter geltenden Arbeits- und Tarifverträgen kann eine andere Vereinbarung festgelegt sein.

Nur in besonderen Fällen dürfen Ärzte eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auch rückwirkend erstellen. Liegen jedoch mehrere Tage dazwischen, kann das als juristischer Streitfall enden, denn Ärzte bescheinigen in der Regel den Ist-Zustand beim Erscheinen in der Praxis. Bei einer mehrtägigen rückwirkenden Bescheinigung können ernsthafte Zweifel an der Bescheinigung entstehen.

Den Inhalt der Krankschreibung muss der Mitarbeiter hingegen grundsätzlich nicht offenlegen. Der Arbeitgeber darf diese Information nur dann einfordern, wenn dies für betriebliche Belange, also beispielsweise in der Lebensmittelbranche oder im medizinischen Bereich, erforderlich ist. Zudem ist der Krankgeschriebene nicht dazu verpflichtet permanent zuhause zu bleiben. Vorausgesetzt natürlich, dass der Arzt keine Bettruhe verordnet hat. Der Mitarbeiter darf im Regelfall alles tun, was für seine Genesung förderlich ist.  

Und was passiert, wenn man im Urlaub krank wird? Aus Sicht des Arbeitsrechts endet der Urlaub mit dem ersten Tag der Erkrankung. Auch in diesem Fall muss der Arbeitgeber unverzüglich informiert werden. Gesetzlich Versicherte sollten ebenso ihre Krankenkasse in Kenntnis setzen, da aus den Urlaubstagen dann Krankheitstage werden.

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