Teilnahmeverweigerung, Versicherungsschutz und Alkoholmissbrauch: Ereignisse rund um die Weihnachtsfeier haben schon so einige Arbeitsgerichte beschäftigt. Das Wichtigste hier im Überblick.

Nicht jeder Mitarbeiter blickt voller Vorfreude auf die betriebliche Weihnachtsfeier. Aber was soll’s, schließlich ist es eine Pflichtveranstaltung. Oder doch nicht? Rechtlich gesehen gilt, dass der Arbeitgeber seine Mitarbeiter nur zum Erbringen der vertraglichen Leistungen verpflichten kann. Während einer Weihnachtsfeier wird jedoch nicht gearbeitet. Daher kann der Mitarbeiter selbst entscheiden, ob er an der Feier teilnehmen möchte oder nicht. Finden die Feierlichkeiten jedoch während der Arbeitszeit statt, muss er allerdings anbieten in dieser Zeit seinen vertraglichen Aufgaben nachzugehen.

Wer sich gegen eine Teilnahme an der Weihnachtsfeier entscheidet, hat auch keinen gesetzlichen Anspruch auf etwaige Geschenke. Dies gilt auch, wenn dem Mitarbeiter krankheitsbedingt eine Teilnahme nicht möglich ist.

Gutes Essen, viel Alkohol und lockere Stimmung. Bei einer Betriebsfeier gibt es immer wieder verbale und nonverbale Aussetzer. Wichtig ist, dass übermäßiger Alkoholgenuss keine Beleidigungen, sexuelle Belästigungen oder auch Körperverletzungen rechtfertigt. Wer über die Stränge schlägt und Chef oder Kollegen beleidigt, muss mit einer Kündigung rechnen, da eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr zumutbar ist.

Kommt es vor, während oder nach einer Betriebsfeier zu einem Unfall, greift in der Regel die gesetzliche Unfallversicherung. Voraussetzung dafür ist, dass die Veranstaltung des Unternehmens einen offiziellen Charakter hat, wovon bei einer Organisation oder zumindest einer Billigung durch die Unternehmensleitung auszugehen ist. Der Versicherungsschutz hat jedoch auch Grenzen. Kommt es beispielsweise zu einem Verkehrsunfall aufgrund einer alkoholbedingten Fahruntauglichkeit, entfällt der Schutz.