Arbeiten an Weihnachten und Silvester? Der Arbeitgeber entscheidet

12. Dezember 2016

Weihnachten und Silvester sind beliebte Urlaubstage. Doch darf der Arbeitgeber den Urlaub verweigern? Aus arbeitsrechtlicher Sicht, ja. Allerdings nur unter bestimmten Bedingungen.

Urlaub an Weihnachten und Silvester sind in vielen Unternehmen Gang und Gäbe. Doch wie viele Urlaubstage müssen arbeitsrechtlich gesehen genommen werden? Und darf der Arbeitgeber den Urlaub verweigern?

Grundsätzlich sind der erste und zweite Feiertag sowie Neujahr gesetzliche Feiertage. Bis auf einige Branchen haben an diesen Tagen alle Arbeitnehmer frei und müssen auch kein Urlaub einreichen. Heiligabend und Silvester hingegen sind keine gesetzlichen Feiertage und daher als normale Arbeitstage anzusehen für die Urlaub beantragt werden muss.

Doch wie so oft gibt das Gesetz lediglich einen juristischen Rahmen vor. In einzelnen Unternehmen können abweichende Vereinbarungen gelten. Ein Blick in den Tarif- oder Arbeitsvertrag oder in die Betriebsvereinbarung lohnt sich. In manchen Unternehmen sind beispielsweise der 24. und der 31. Dezember als halbe Arbeitstage festgelegt, wofür auch nur ein halber Tag Urlaub genommen werden muss. Wichtig: Halbe Arbeitstage sind im Bundesurlaubsgesetz nicht vorgesehen und daher eine unternehmensinterne Vereinbarung.

Grundsätzlich obliegt es dem Arbeitgeber zu entscheiden, ob ein Urlaubsantrag genehmigt wird. Allerdings ist er nach dem Willen des Gesetzgebers dazu angehalten, nach „billigem Ermessen“ zu entscheiden. Das bedeutet, dass eine Entscheidung unter Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände abgewogen werden muss.

Unter Umständen kann ein Anspruch auf Freistellung auf Basis einer sogenannten betrieblichen Übung geltend gemacht werden. Wenn also beispielsweise der Arbeitgeber in den vergangenen drei Jahren den Arbeitnehmern an Heiligabend oder Silvester freigegeben hat, können Mitarbeiter auch davon ausgehen, dass dies auch zukünftig gilt. Wird in diesem Jahr eine Ausnahme gemacht, muss der Arbeitgeber direkt darauf hinweisen.

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