Arbeitsunfall muss nicht während der Arbeitszeit passieren

17. März 2017

Wer von einem Arbeitsunfall hört, denkt meist sofort an einen Unfall während der Arbeitszeit. Doch das muss nicht zwingend so sein. Versicherungsrechtlich können auch Ereignisse im Privaten von der gesetzlichen Unfallversicherung übernommen werden.

Zum Beispiel ist ein Arbeitnehmer auch dann gesetzlich unfallversichert, wenn er in seiner Freizeit einen weiteren Menschen vor einem Unglück bewahrt und sich bei der Rettung selbst verletzt. Das Dortmunder Sozialgericht hatte zu entscheiden, ob schon ein Ausweichmanöver im Straßenverkehr einer Rettungstat gleichkommt.

Der Fall:
Während einer privaten Fahrt wurde einem Motorradfahrer von einem Fahrradfahrer die Vorfahrt genommen. Der Motorradfahrer wich geistesgegenwärtig aus, stürzte und verletzte sich an der Schulter. Da er durch sein Fahrmanöver einen Zusammenstoß mit dem Radfahrer vermied, forderte er nun Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Die Versicherung verweigerte jedoch jegliche Zahlungen mit dem Argument, dass ein reflexartiges Ausweichmanöver nicht als Rettungstat gewertet werden könne.

Dem widersprach jedoch das Sozialgericht. „Der Kläger hat, indem er seinem potentiellen Unfallgegner ausgewichen ist, diesen aus erheblicher Gefahr für dessen Gesundheit gerettet, möglicherweise ihm sogar das Leben gerettet. Der Umstand, dass der Kläger die Rettungshandlung nicht mit zeitlichem Vorlauf geplant vorgenommen, sondern in Sekundenbruchteilen gehandelt hat, begründet keine andere Bewertung,“ führten die Richter aus.

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