Schöpft ein Arbeitnehmer sein Leistungspotential anhaltend nicht voll aus, spricht man von einem Low-Performer. Sie sind frustrierend für Arbeitgeber und Kollegen. 

Schlechtleistung als Kündigungsgrund nicht ausreichend

Das Arbeitsrecht macht es Arbeitgebern – im Sinne des Arbeitnehmerschutzes – nicht leicht, leistungsschwache Arbeitnehmer ohne Weiteres zu kündigen. Dabei können die Low Performer das Arbeitsklima wie auch die Unternehmensziele durchaus ins Wanken bringen. Alleine die Aussage, der Arbeitnehmer arbeite schlecht und unter den Erwartungen ist für die Richter vor Gericht nicht ausreichend.

Ursachenforschung und Angebot von Hilfe

Ist das Leistungstief nur vorübergehend oder von Dauer? Zunächst lohnt sich ein Blick hinter die Fassade, indem das Gespräch mit dem Mitarbeiter gesucht wird. Hier wird vielleicht schon klar, ob es Gründe im privaten Bereich oder dem beruflichen Umfeld gibt, die ihn vorübergehend hindern sein mögliches Leistungspotential auszuschöpfen – oder ob der Mitarbeiter als ein nachhaltiger Low-Perfomer anzusehen ist. Wenn Hilfestellung durch den Arbeitgeber möglich ist, kann diese bereits zur Besserung beitragen. Die Maßnahmen sind individuell und richten sich nach dem ursächlichen Problem. Sie können von Anpassung der Arbeitszeiten wegen familiärer Schwierigkeiten über Weiterbildung bis hin zum Versetzungsangebot innerhalb des Betriebes reichen. Und vielleicht ist auch schon ein erstes Bewusstmachen der Anstoß zur Besserung.

Führungskraft

Performance Improvement Plan

Ist zunächst keine Veränderung zu erwarten, gibt es Maßnahmen bevor der Arbeitgeber eine Kündigung in Betracht ziehen muss: beispielsweise ein Performance Improvement Plan – ein Plan zur Steigerung und Verbesserung der Leistung. In wöchentlichen oder monatlichen Gesprächen werden mit dem Arbeitnehmer Ziele vereinbart und über die erbrachten oder nicht erbrachten Leistungen gesprochen. Alle besprochenen Themen sollten gut dokumentiert werden. Im Falle einer Nichtverbesserung kommt es in letzter Instanz zur dann unvermeidmaren Kündigung.

Kündigung aussprechen

Um eine Kündigung erfolgreich auszusprechen, brauchen Arbeitgeber Geduld und Beweise. Eine Vorbereitungszeit von drei bis sechs Monaten ist die Regel. In anderen Worten: Der Arbeitgeber soll die Wartezeit nutzen, um eine detaillierte Dokumentation der Schlechtleistung des Mitarbeiters anzufertigen, wenn dieser anhaltend sein Leistungspotential nicht voll ausschöpft. Auch muss mindestens eine ausgesprochene Abmahnung in den Beweisunterlagen aufgeführt werden.