Der Strukturwandel sowie die fortschreitende Digitalisierung haben viele Branchen, u. a. die Automobilindustrie, bereits schon vor Corona herausgefordert. Aktuell kämpfen viele Unternehmen im Zuge der Corona-Pandemie um ihr Bestehen. Mit Blick auf die Zukunft entscheiden sie auch, wer an Bord bleibt. Dr. Christoph Kahlenberg geht auf das Qualifizierungschancengesetz (QCG) und die Vorteile von Qualifizierungsverbünden ein.        
        

Weiterbildung für alle Beschäftigten

Die Zukunftsfähigkeit jedes Arbeitnehmers, ob er in Beschäftigung ist oder sich beruflich neu orientieren muss, steht im Mittelpunkt. Für diejenigen, die weiter in Beschäftigung bleiben, genauso wie für die, die sich gegebenenfalls beruflich neu orientieren. Hier setzen das Qualifizierungschancengesetz (QCG) und das Arbeit-von-morgen-Gesetz (AvmG) an. Ziel beider Gesetze ist es, die Weiterbildung für alle Beschäftigten auszubauen und für Arbeitssuchende flexibler zu gestalten.

Hoher Beratungsbedarf aufgrund komplexer Regelungen

Fakt ist allerdings - Stand heute -, dass Unternehmen die Gelder noch zu wenig abrufen. Diese Erfahrung ist nicht neu. Schon bei der Förderung im Rahmen des WeGebAU-Programms, blieben viele Gelder ungenutzt. Ein Grund für die geringe Attraktivität derartiger Förderinstrumentarien ist sicher das aufwendige Antragsverfahren mit komplexen und alltagsfernen Fördervoraussetzungen. Die Einführung eines Sammelantragsverfahrens soll dies ab nächstem Jahr vereinfachen.

Daher besteht hoher Beratungsbedarf bei Unternehmen, die das Thema ‚Lebenslanges Lernen‘ als bedeutend für ihr Fortbestehen erkennen.

Qualifizierungsverbünde können eine Lösung sein

Innerhalb eines Qualifizierungsverbundes finden sich Unternehmen zusammen, die hinsichtlich der Fort- und Weiterbildung ihrer Beschäftigten vor ähnlichen oder gleichen Herausforderungen stehen. Auch Kammern und Verbände können Teil eines solchen Zusammenschlusses sein. Der große Vorteil ist, dass die Wahrscheinlichkeit durchgeführter Qualifizierungsmaßnahmen steigt, weil die Lasten auf mehrere Schultern verteilt werden.

Der Schlüssel zum Erfolg 

Erfolgsabhängig ist, dass sich zumindest in der Anfangsphase eine Institution bereit zeigt, den Verbund zu organisieren und zu unterstützen bis er selbstständig agiert. Die Mentoren können am Anfang Verbundmanager der Bildungswerke sein. Sie bringen die Unternehmen mit ähnlichen oder gleichen Bedarfen zusammen, beraten selbst zu möglichen Qualifizierungsmaßnahmen und deren Fördermöglichkeiten oder koordinieren Beratung. Ein somit entstandenes Netzwerk von Unternehmen, Bildungsträgern, Kammern, Verbänden und der öffentlichen Arbeitsverwaltung stellt darüber hinaus sicher, dass das, was die Politik an neuen Rahmenbedingungen festlegt, zeitnah kommuniziert und umgesetzt wird.

Angesichts einer von immer mehr Unwägbarkeiten getriebenen Dynamik ist kooperatives Handeln notwendiger denn je – gerade in der Fort- und Weiterbildung.

 

Whitepaper zum Thema lebenslanges Lernen

Für Randstad ist Weiterbildung eines der wichtigsten Themen in der Arbeitswelt von heute. Daher haben wir im Whitepaper Lernen lernen Meinungen von profilierten Experten zusammengefasst. Laden Sie das Whitepaper herunter und erfahren Sie, wie berufliche Weiterbildung heute und morgen aussehen kann. 

Zur Person
Dr. Christoph Kahlenberg Portrait

Dr. Christoph Kahlenberg

Leiter der Randstad Akademie

Dr. Christoph Kahlenberg studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Philosophie und promovierte im Bereich Medienwissenschaft. Seit 2008 ist er Leiter der Randstad Akademie, die kontinuierlich Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote für die Mitarbeiter im Kundeneinsatz entwickelt. Vorher war er bei Randstad über zehn Jahre als Niederlassungsleiter tätig.