Karriere zu machen ist eine tolle Sache, oder? Irgendwie geht jeder automatisch davon aus, dass man die Karriereleiter im Unternehmen hochsteigen sollte. Aber ist das wirklich zwingend so? Was bedeutet eigentlich „Karriere“? Welche Karriere wünschen Sie sich? Und besitzen Sie die richtigen Eigenschaften und passenden Skills dafür? Unser kompakter Leitfaden hilft Ihnen bei der Beantwortung dieser Fragen.

Was bedeutet Karriere?

Wer sich seine zukünftige Karriere ausmalt, denkt oft zuerst an ein ständig steigendes Einkommen, wachsendes Ansehen und daran, irgendwann „Chef“ zu werden. Was aber viele vergessen: Wer beruflich aufsteigen will, muss Zeit und Energie investieren. Beides fehlt dann vielleicht an anderer Stelle, nicht zuletzt im Privaten. Seien Sie sich also bewusst, dass ihre berufliche Weiterentwicklung vor allem von Ihnen und Ihrem Einsatzwillen abhängt.

junge lächelnde Frau
junge lächelnde Frau

Übrigens müssen Sie auf der Karriereleiter nicht immer höher, schneller und weiter klettern. Sie können genauso gut auch horizontal Karriere machen, sich also auf derselben beruflichen Ebene in eine oder mehrere Richtungen spezialisieren. Das ist vor allem interessant, wenn Sie auch in Zukunft eher operativ und kreativ arbeiten möchten und gleichzeitig administrative Aufgaben sowie Personal- und Budgetverantwortung nicht zu Ihren Top-Prioritäten zählen. Und: Selbst sogenanntes „Downshifting“ kann ein Karriereziel sein. Damit gehören Sie zu einer wachsenden Zahl an Menschen, die in Zukunft beruflich lieber kürzer treten wollen.

Karriere muss man wirklich wollen

Die beste Grundlage für jede Karriere, egal welcher Art, ist eine feste Absicht, die Sie aus eigener Überzeugung gefasst haben – und nicht etwa, weil es jemand von Ihnen erwartet. Gleichzeitig ist Inspiration von außen ein gutes Mittel, um die eigenen Karriereziele festzurren zu können. Ob Sie sich dabei an Ihrem Freundeskreis, an Familienmitgliedern, erfolgreichen Kollegen oder internationalen Geschäftsleuten orientieren, bleibt Ihnen überlassen. 

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Welche Karriereziele haben Sie?

Wenn Sie bereits mitten im Beruf stehen, werden Sie die Frage nach Ihren Zielen wahrscheinlich einfacher beantworten können. Denn mit Ihrer Berufserfahrung lernen Sie Ihren Job, Ihre Branche und natürlich sich selbst – also Ihre eigenen Stärken und Schwächen – immer besser kennen. Aber auch bereits zu Beginn Ihrer beruflichen Laufbahn sollten Sie versuchen, Ihre Karriereziele zu definieren. Warum? Ganz einfach: Ziele geben Ihnen Halt und Orientierung. Zudem machen Karriereziele Ihren Erfolg messbar. Sie müssen dabei natürlich nicht in Stein gemeißelt sein. Ziele dürfen sich im Laufe der Zeit auch ändern.

Karriereziele SMART beschreiben

Ob höheres Einkommen, eine spezielle Position in einem ganz bestimmten Unternehmen oder sogar die Gründung eines eigenen Start-ups: Bei der Wahl Ihrer Karriereziele sind Ihnen grundsätzlich keine Grenzen gesetzt. Um Ihre beruflichen Ziele jedoch erst einmal zu definieren, empfiehlt sich die bewährte SMART-Methode. Jeder Buchstabe beschreibt eine Eigenschaft, die Ihr Ziel haben sollte: 

  • Spezifisch
    Je präziser Sie Ihre Ziele festlegen und formulieren, desto besser können Sie sie ins Auge fassen und konkrete Maßnahmen in Angriff nehmen. 
    Beispiel: Ich möchte Lagerleiter werden und Personalverantwortung haben. 
  • Messbar
    Nur wenn Sie Ihr Ziel detailliert beschreiben, haben Sie auch eine exakte Vorstellung davon, bis zu welchem Grad Sie es bereits erreicht haben. Dafür muss es möglichst an eine objektiv messbare Größe gekoppelt sein. 
    Beispiel: Ich möchte in einem mittelständischen Unternehmen Lagerleiter werden und Personalverantwortung für fünf Personen haben. 
  • Ausführbar
    Nach den Sternen greifen? Aber ja! Und dennoch sollte Ihr Ziel realistisch und erreichbar sein. Wenn Sie sich die Ziele zu niedrig stecken, sind sie keine Herausforderung. Sind Ihre Ziele zu ambitioniert, stellt sich schnell Enttäuschung ein. 
  • Relevant
    Sie haben sich vorgenommen, Zeit und Energie in Ihr berufliches Fortkommen zu investieren. Dann sollten Ihre Karriereziele natürlich auch die Mühe wert sein. Wenn dieses Ziel für Sie attraktiv ist, dann wird es Ihnen leichter fallen, die Energie aufzubringen und bei Rückschlägen dran zu bleiben. 
  • Terminiert
    Ein Fälligkeitsdatum hilft Ihnen dabei, dass Sie sich disziplinieren und auf Ihr Ziel konzentrieren. 
    Beispiel: In 5 Jahren möchte ich in einem mittelständischen Unternehmen Lagerleiter werden und Personalverantwortung für fünf Personen haben.

7 Tipps: So treiben Sie Ihre Karriere voran

Natürlich ist Ihre persönliche Karriereplanung abhängig von Ihrer Karrierestufe, von Ihrer individuellen Situation im Unternehmen, von Ihren Stärken, Vorlieben und Ihren persönlichen Eigenschaften. Und dennoch gibt es ein paar Zutaten, die Ihre Karriere zumindest fördern – oder für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn sogar unverzichtbar sind.

  1. Sich selbst analysieren
    Was wollen Sie und wie sehr? Zu welchem Einsatz sind Sie bereit? Es bringt nichts, sich selbst etwas vorzumachen. Spätestens, wenn Sie auf der nächsten Karrierestufe überfordert sind, wissen Sie, dass Sie nicht ehrlich zu sich selbst waren.
  2. Ziele setzen
    Definieren Sie, wo Sie in zwei, fünf und zehn Jahren beruflich stehen wollen. Verwenden Sie die oben erläuterte SMART-Methode. 
  3. Plan verfolgen
    Haben Sie Ihre Karriereziele festgelegt? Wunderbar! Jetzt können Sie einen Plan ausarbeiten, wie Sie sie erreichen wollen und welche Zwischenschritte dafür notwendig sind. Kontrollieren Sie regelmäßig, ob Ihre Planung noch der Realität entspricht – und passen Sie sie bei Bedarf an. 
  4. Fachlich weiterbilden
    Erwerben Sie neue Hard Skills und erweitern Sie regelmäßig Ihr Fachwissen. Nutzen Sie Ihren Anspruch auf Bildungsurlaub. Und wenn Sie von der Weiterbildung gar nicht genug bekommen: Investieren Sie selbst in Ihr Know-how. Es lohnt sich. 
    Ziehen Sie ggf. auch „Future Skills“, also den Erwerb digitaler, transformativer und technologischer Kompetenzen, in Ihre Gedanken mit ein, um sich gut für die zukünftige Arbeitswelt zu wappnen.  
  5. Feedback einfordern
    Kurz nach der Ausbildung, nach dem Studium oder bei den ersten Gehversuchen im Job: Bitten Sie Ihre ehemaligen Dozenten und Ausbilder nach einer Einschätzung Ihrer Leistungen. Auch später sollten Sie Ihre Kollegen und Vorgesetzte regelmäßig um Feedback bitten. So lernen Sie Ihre Stärken und Schwächen immer besser kennen – und können Sie gezielt beeinflussen. 
  6. Persönlich weiterentwickeln
    Auch Soft Skills gehören zu einer Karriere dazu – egal auf welcher Ebene oder in welche Richtung. Arbeiten Sie zum Beispiel an Ihrer Kommunikationsfähigkeit und Konfliktfähigkeit, Veränderungsbereitschaft und Innovationskompetenz. Üben Sie eigenverantwortliches Handeln und den selbstbewussten Auftritt, ohne überheblich zu wirken. Denn wer gut argumentiert und überzeugt, wird automatisch beruflich weiterkommen.  
  7. Passenden Arbeitgeber finden
    Gerade wenn Sie schon einige Jahre im Unternehmen sind, fällt diese Überlegung manchmal schwerer. Welches Unternehmen und welche Branche passen (vielleicht sogar besser) zu mir? Auch ein grundlegender Wechsel darf durchaus Teil Ihrer Karriereplanung sein.

Fazit

Damit Sie Ihre Karriereziele wirksam festlegen können, erfordert es vor allem eins: schonungslose Aufrichtigkeit. Analysieren und reflektieren Sie Ihre Stärken und Schwächen, Ihre Wünsche und Bedürfnisse. Definieren Sie auf dieser Grundlage Ihre optimalen persönlichen Karriereziele. Gehen Sie dabei zugleich mutig und ambitioniert, aber realistisch vor. Denken Sie daran: Die eine richtige Karriere gibt es nicht, dafür etliche mögliche Karriereziele. Und wie auch immer diese aussehen: Mit dem richtigen Einsatz und Ihrem ehrlichem Willen werden Sie sie erreichen. 

Lesetipp

Geben Sie Ihrer Karriere das, was sie braucht und verdient: strategische Planung. Nutzen Sie unserer Karriereplan-Checkliste für Ihren Erfolg.

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