Direktansprachen Arbeitgeber und Headhunter

Für Arbeitgeber wird es immer schwieriger, geeignete Absolventen und Professionals zu finden. Aus diesem Grund suchen sie selber nach den passenden Talenten uns sprechen diese an. Seien Sie vorbereitet und lernen Sie hier, wie Sie mit Direktansprachen umgehen.

Direktansprache durch den Arbeitgeber

Durch eine Direktansprache können Arbeitgeber ein effizientes Active Sourcing betreiben und somit geeignete Kandidaten direkt auf freie Positionen aufmerksam machen und für das Unternehmen gewinnen.

Für diese Form der Bewerberansprache entdecken immer mehr Firmen das Internet im Allgemeinen, vor allem Lebenslaufdatenbanken, und Social-Media-Dienste wie XING und LinkedIn. Die Kontaktaufnahme mit dem Bewerber erfolgt dann entweder direkt telefonisch, per Mail oder über die Social-Media-Kanäle. Diese Kontaktaufnahme ist für den Bewerber nicht unkritisch, da sie auf einem erheblichen Ungleichgewicht basiert. Der Arbeitgeber weiß über den Bewerber schon sehr viel aufgrund der Informationen aus der Lebenslaufdatenbank, der Bewerber weiß in der Regel jedoch nichts oder nicht sehr viel über das suchende Unternehmen.

Da die Basisdaten des Bewerbers schon bekannt sind und damit die prinzipielle Eignung vorausgesetzt werden kann, wird der potenzielle Arbeitgeber sehr gezielt nach Motivation, Vorstellungen und beruflichen Zielen fragen. Bewerber, die ihren CV in eine Datenbank stellen, sollten sich dazu zumindest allgemeine Gedanken gemacht haben.  

Bauen Sie eine Beziehung auf

Für Sie als Bewerber ist vor allem wichtig, bereits in diesem Gespräch eine persönliche Beziehung zum potenziellen Arbeitgeber herzustellen. Geeignet sind Fragen zum Unternehmen, dem Arbeitsplatz und den Entwicklungsmöglichkeiten. Einen positiven Abschluss des Gesprächs erzielen Sie, in dem Sie nachfragen, wen Sie im Unternehmen bei anschließend aufkommenden Fragen kontaktieren können. Das hat drei Vorteile:

        
  • Sie zeigen Interesse
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  • Sie können wichtige Informationen nachträglich einholen und
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  • Sie bleiben mit Ihrem potenziellen Arbeitgeber in Kontakt.
 

Profitipp

Keine Chance für den Ego-Trip

Wenn Sie als Bewerber keinerlei Interesse an einem Jobwechsel oder der beschriebenen Stelle haben, sollten Sie dies die andere Seite so früh wie möglich wissen lassen. Sie sollten sich nie auf die Kontaktaufnahme eines Headhunters einlassen, um sich eine Ego-Dusche zu holen. Damit verschwenden Sie nicht nur die eigene Zeit, sondern auch die des Headhunters. Und beim nächsten interessanten Angebot hat er Sie dann womöglich gar nicht mehr auf der Liste.

Ansprache durch den Headhunter

Zahlreiche Unternehmen beauftragen eine Personalberatung oder Personalvermittlung mit der Suche nach neuen Mitarbeitern. Sie setzen bei der Besetzung der Stellen insbesondere auf die direkte Ansprache von Kandidaten, die in anderen Unternehmen tätig sind. Dies hat den großen Vorteil, dass sehr gute Kandidaten erreicht werden, die aktuell nicht auf der Suche nach einer neuen Aufgabe sind. Dieser so genannte Direct Search (Headhunting) bietet viele Vorteile und erreicht deutlich mehr geeignete potenzielle Bewerber. Darauf haben sich häufig die branchenorientierten Personalberatungen spezialisiert (Direktsuche). Oft können Personalberatungen aber auch auf einen internen Bestand an potenziellen Kandidaten zurückgreifen.

Die Direktansprache war mehrfach Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen, der Bundesgerichtshof hat sie aber unter bestimmten Voraussetzungen für wettbewerbsrechtlich zulässig erachtet, auch im Hinblick auf den Anruf am Arbeitsplatz.

Eine erste Kontaktaufnahme durch einen Headhunter gegenüber einem Arbeitnehmer ist dann nicht wettbewerbswidrig, wenn der potenzielle Kandidat sein Interesse an einer neuen Beschäftigung bekundet, nachdem ihm der Zweck des Anrufes genannt wurde. In diesem Fall darf ihm die Größe und Branche des suchenden Unternehmens sowie die zu besetzende Position kurz beschrieben werden. Auch ein Austausch von Kontaktdaten und die Vereinbarung einer Kontaktmöglichkeit außerhalb des Unternehmens sind erlaubt. Eine darüber hinausgehende Fortführung dieses ersten „Recruiting-Gesprächs“ ist allerdings nicht mehr zulässig, sondern gilt als unlauterer Wettbewerb.

Checkliste: Direktansprache durch Headhunter

Was sollten Sie bei einer Kontaktaufnahme von einem Headhunter, Personalvermittler oder Arbeitgeber beachten? Hier finden Sie eine Checkliste mit den wichtigsten Tipps zum Download.