„Arbeit muss von allen Seiten neu gedacht werden“

9. Dezember 2013

Das fünfte Randstad Qualifizierungsforum zur „Zukunft der Arbeit“ in München überraschte seine Teilnehmer mit Denkanstößen zur Personalarbeit und neuen Ausblicken auf die Talente von morgen.

Der Standort München gehört zu jenen Hot-Spots in Deutschland, die Fach- und Führungskräfte wie ein Magnet anziehen. Dennoch bleibt es auch den Personalverantwortlichen dort nicht erspart, sich Gedanken zu machen, wie sie den Fachkräftebedarf der kommenden Jahre stillen und wie sie mit der „nachwachsenden Ressource“ Mitarbeiter umgehen, die im 21. Jahrhundert ganz andere Motive hat, in einem Unternehmen Wurzeln zu schlagen, als dies bei früheren Generationen der Fall war.

Impulse und Wegweiser für die Zukunft

Indiz für die anhaltend hohe Nachfrage nach Anregungen und Wegweisungen zum Thema war die hohe Teilnehmerzahl, als Randstad zum fünften Mal einlud, beim Qualifizierungsforum in München Impulse von hochkarätigen Rednern und aus einer spannenden Podiumsdiskussion zu gewinnen. „Zukunft der Arbeit“ hieß die Überschrift, unter der sich mit 220 Teilnehmern der verschiedensten Unternehmen und Branchen am 4. November im BMW Museum ein repräsentativer Querschnitt der Wirtschaft in der Region München zusammenfand.

Das Unerwartete wird zur Regel

Mit einem überzeugenden Vergleich richtete Dr. Alexander Spermann, Referent beim Qualifikationsforum und Director Talentmanagement & Public Affairs bei Randstad Deutschland, das Augenmerk der Zuhörer auf die sich rapide wandelnde Arbeitswelt. Er konfrontierte die Aussagen vermeintlich „weiser Männer“ der IT- und Kommunikationsbranche mit der Realität – aus den 90er Jahren z.B. Jeremy Riffkin: „Die Arbeit geht uns aus. Die Maschinen machen die Jobs.“ oder Bill Gates: „Mobiles Internet spielt keine große Rolle.“ Seine Ableitung: Es gelte, sich auf das Unerwartete und vom Üblichen Abweichende einzustellen. „Schwarze Schwäne“, bis zur Entdeckung Australiens das Synonym für das Unmögliche, würden die Zukunft auch der Arbeitswelt bestimmen.

Umfassende Personallösungen

„Arbeit muss von allen Seiten neu gedacht werden“, so Spermann zu den veränderten Strukturen der Arbeitswelt und den damit verbundenen Anforderungen – sowohl an die Arbeitnehmer als auch an die Arbeitgeber. „Das gilt auch für die Personaldienstleistung. Diese steht längst nicht mehr nur für die klassische Zeitarbeit, sondern für umfassende Personallösungen, die Bewerbern langfristige Sicherheit und Perspektive bieten und Unternehmen unterstützen, die Herausforderungen der aktuellen Arbeitswelt zu stemmen.”

Personaldienstleister werden attraktiver

Aber auch das Modell der Arbeitnehmerüberlassung selbst ist einem ständigen Wandel unterworfen. Kaum eine andere Branche habe in den letzten Jahren so tiefgreifende Änderungen erfahren wie die der Zeitarbeit, so Spermann. Die Reformen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG), die Einführung der Branchenzuschläge und jüngst neue Tarifabschlüsse zur Entgeltstruktur haben die Zeitarbeit am Arbeitsmarkt neu positioniert. Die Personaldienstleistung ist als Arbeitgeber deutlich attraktiver geworden.

Veränderter Blick auf „Gute Arbeit“ 

Eine Arbeitnehmergruppe, die zurzeit in aller Munde ist, beleuchtete Christoph Hauke, Trainer und Berater der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP), in seinem Impulsvortrag „Generation Y – good to know“. Die viel zitierte Generation Y werde die Arbeitswelt mit ihren Werten und Ansprüchen an „gute Arbeit“ entscheidend verändern, kündigte er dem aufmerksamen Publikum an.

Neue Maßstäbe im Employer Branding

„Die qualifizierten Nachwuchskräfte von heute sind selbstbewusst und extrem anspruchsvoll. Sie wissen die Macht der Demografie hinter sich und setzen deshalb völlig neue Maßstäbe in puncto Karriereplanung und Wunscharbeitgeber. Unternehmen sollten sich auf ein neues Zeitalter der Mitarbeiterführung, Unternehmenskultur und des Personalmanagements einstellen“, so Christoph Hauke. Seit 2007 berät und trainiert er Führungskräfte, Auszubildende sowie HR-Teams und gibt Handlungsempfehlungen wie mit diesen neuen Anforderungen auf beiden Seiten umgegangen werden kann. Der Aufbau eines Unternehmens zur attraktiven Arbeitgebermarke, das sogenannte Employer Branding, ist beispielsweise ein Aspekt, der sich infolgedessen zum wichtigen Wettbewerbsfaktor entwickelt.

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