Arbeitnehmerüberlassungsgesetz

Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz tritt am 01.04.2017 in Kraft. Mit dem neuen AÜG wird eine Höchstüberlassungsdauer und Equal Pay eingeführt. Der Politikbrief sprach mit der Gesamt- und Betriebsratsvorsitzende Damienne Cellier über die Änderungen.

Randstad Politikbrief: Frau Cellier, noch in diesem Jahr soll das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz reformiert werden. Ein zentraler Punkt dieser Reform ist die Wiedereinführung einer Höchstüberlassungsdauer. Wie stehen Sie zu dieser Veränderung?

Damienne Cellier: Als ich vor 17 Jahren bei Randstad angefangen habe, gab es schon einmal eine Höchstüberlasssungsdauer. Damals war die Beschränkung auf 12 Monate festgelegt. In meiner Wahrnehmung hat diese Höchst­über­lassungsdauer damals nicht dazu geführt, dass unsere Mitarbeiter nach dieser Zeit vom Kunden übernommen wurden. Und ich gehe ganz sicher davon aus, dass dies auch jetzt nicht der Fall sein wird. Somit verfehlt diese Regelung ihren eigentlichen Zweck und die Leidtragenden sind unsere Mitarbeiter, die sich aufgrund der tarifvertraglich garantierten Branchenzuschläge durch ihre lange Einsatzdauer bei Kunden höhere Entgelte verdient hatten. Diese werden sie in Zukunft verlieren, da der Einsatz nach 18 Monaten beendet werden muss.

Randstad Politikbrief: Der Gesetzgeber möchte darüber hinaus regeln, dass alle Zeitarbeitnehmer nach 9 Monaten nach den Grundsätzen von Equal Pay vergütet werden. Wie ist hierzu Ihre Meinung?

Damienne Cellier: Als Mitbestimmungsorgan möchte ich natür­lich, dass es den Mitarbeitern unseres Unter­nehmens so gut wie möglich geht. Ein wichtiger Bestandteil ist da natürlich auch die Vergütung, die sich für einen Teil unserer Mitarbeiter nunmehr nach 9 Monaten verbessern wird. Dies begrüße ich entsprechend. Allerdings gibt es viele Mitarbeiter, die in ständig wechselnden Einsätzen tätig sind oder bei Kunden, die ihren Mitarbeitern nicht mehr vergüten, als wir das selbst tun. Für diese Mitarbeiter bringt das Gesetz keine positiven Veränderungen und letztendlich sorgt dies wieder für eine Ungleichbehandlung innerhalb unserer Belegschaft, was ich bedauere.

„Was mich besorgt ist, dass der Gesetzgeber selbst in seinem Gesetz keine klare Definition von Equal Pay festlegt.“

Randstad Politikbrief: Was sehen Sie als zentralen Punkt, der in der Umsetzung Schwierigkeiten bereiten wird?

Damienne Cellier: Was mich besorgt ist, dass der Gesetzgeber selbst in seinem Gesetz keine klare Definition von Equal Pay festlegt. Diese Rechtsunsicher­heit geht zu Lasten der gesamten Branche und deren Mitarbeitern, die keine Transparenz über die Vergütung mehr haben.