Das Wahre im Virtuellen

Warum Unternehmen beim E-Recruiting mit dem Echtheits-Faktor die meisten Punkte machen.

1. Identifizieren Sie Ihre Zielgruppe: Wen genau suchen Sie, und wodurch zeichnen sich Bewerber aus dieser Gruppe aus? Je genauer Sie beschreiben können, was die Anforderungen sind, desto eher wird die Suche im Netz erfolgreich sein.

2. Was wissen Sie über das Mediennutzungsverhalten Ihrer Zielgruppe? Welche Kanäle werden wie genutzt? Sind die Menschen, die Sie gewinnen wollen, in speziellen Foren oder sozialen Netzwerken unterwegs? Nutzen sie vor allem Suchmaschinen oder bevorzugen bestimmte Medienangebote? Schauen Sie vorher in die Mediadaten der Online-Angebote, um Ihr Geld möglichst effizient einzusetzen. Werten Sie die Besucherdaten auf Ihrer eigenen Website aus und verlangen Sie z.B. von Online-Jobportalen exakte Reports, um Ihr Angebot laufend zu optimieren.

3. Wählen Sie Ihre Medien und Aktionen dementsprechend aus und stimmen Sie sie genau auf dieses Verhalten ab. Schüler und Studenten wollen anders angesprochen werden als Young Professionals oder erfahrene Leistungsträger. Für die eine Zielgruppe ist ein Spiel oder ein lustiger Test das geeignete Mittel, andere bevorzugen sachliche, seriöse Informationen.

4. Das Web ist vieles – aber nicht alles. Der Medienmix ist wichtig. Seien Sie kreativ und nutzen Sie das breite Angebot von Print bis Online, von Audio und Video. Integrieren Sie soziale Netzwerke, in denen sich heute immer mehr Menschen tummeln. Und achten Sie auf Crossmedia-Angebote, veröffentlichen Sie beispielsweise in einer Printanzeige auch die Adresse Ihrer Facebook-Seite oder Ihres Twitter-Accounts.

5. Auch bei den sozialen Netzwerken gibt es Unterschiede: Während sich in XING vor allem deutschsprachige Fachkräfte aufhalten, sind es in LinkedIn eher internationale Professionals. Facebook wird mehr für das private Networking genutzt, in StudiVZ erreichen Sie ausschließlich Studenten und Hochschulabsolventen. Und vergessen Sie nicht die zahllosen Spezialnetzwerke für einzelne Branchen oder Interessensgebiete. Hier treffen Sie unter Umständen mit weniger Aufwand Ihre Zielgruppe viel genauer.

6. Bleiben Sie bei allen Auftritten authentisch und schaffen Sie einen hohen Wiedererkennungswert. Am überzeugendsten sind reale Mitarbeiter, die im Web per Text, Foto oder Video über die Arbeit in Ihrem Unternehmen berichten und dabei glaubhaft den Spirit und die Firmenphilosophie vermitteln. Nutzen Sie alle Möglichkeiten, auch im Web Ihr Corporate Design einzusetzen – etwa in einem Firmenprofil auf XING oder bei der Gestaltung von Anzeigen in einer Online-Jobbörse.

7. Geben Sie Bewerbern das Gefühl, wichtig für das Unternehmen zu sein und geschätzt zu werden: etwa durch eine persönliche und emotionale Ansprache. Dazu gehört auch, dass Anfragen im Web zeitnah beantwortet werden und eine Reaktion auf Online-Bewerbungen erfolgt. Und sei es erst einmal nur ein Zwischenbescheid, wenn aus Zeitgründen noch keine endgültige Zu- oder Absage erfolgen kann. Auch die Aufnahme von Bewerbern in einen Pool und regelmäßige Kontakte zu Ihnen – etwa über einen Newsletter – schafft langfristig Vertrauen.

8. Die Entwicklung im E-Recruiting bleibt nicht stehen. Beobachten Sie neue Trends und prüfen Sie, ob das in Ihren Medienmix passt. Zum Beispiel könnte es sinnvoll sein, dass zufriedene Mitarbeiter ihre Meinung in einem Arbeitgeber-Bewertungungsportal hinterlassen. Oder für manche Firmen ist heute schon die Beschäftigung mit Mobile Recruiting bereits ein Thema.

Illustration: Daniel Althausen