„Gute Arbeit im digitalen Wandel“ – eine Chance für die Zeitarbeit

1. August 2017

Mit dem Leitbild „Gute Arbeit im digitalen Wandel“ will die Bundesregierung Deutschland ins digitale Zeitalter führen. Laut dem Ende letzten Jahres von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles veröffentlichten „Weißbuch“ geht es dabei im Kern um die Frage, Sicherheit und Flexibilität miteinander in Einklang zu bringen – also um das, was das deutsche Zeitarbeitsmodell seit Jahren auszeichnet. Dennoch lässt die deutsche Politik nichts unversucht, dieses Modell in seiner Wirksamkeit zu begrenzen.

Digitaler Wandel

„Transparenz“ ist das neue Zauberwort, über das geschlossene Systeme geöffnet und Übergänge fließend gemacht werden. 

Damit ist die Zeitarbeit ein Beschäftigungsmodell für diejenigen, die ein wechselndes Arbeitsumfeld und neue Herausforderungen mit der größtmöglichen sozialen Absicherung suchen.
Gerade Tätigkeitsbereiche, die mit einer hohen fachlichen Kompetenz verbunden sind, werden zunehmend räumlich und zeitlich entgrenzt. Was sich daraus für Chancen und Möglichkeiten für einzelne Arbeitnehmer ergeben, aber besonders auch für die Gruppe der hochqualifizierten selbstständigen Freelancer, ist schon heute deutlich erkennbar. Sie bieten vermehrt ihr Know-how über verschiedenste Kanäle rund um die Welt an.

Diese Form des Arbeitens kommt der Vorstellung der Freelancer, von einem hohen Maß an Eigenverantwortung und Selbstmanagement bei gleichzeitig inhaltlichen Herausforderungen entgegen. Gerade im Bereich der hochqualifizierten Selbstständigen wird sich dieses Beschäftigungsverhältnis etablieren, aber das klassische Arbeitsverhältnis nicht per se ablösen.

Auch das Modell der deutschen Zeitarbeit wird in einer digitalisierten Arbeitswelt zunehmend an Bedeutung gewinnen. Denn das Hauptmerkmal der Zeitarbeit ist ein überwiegend unbefristetes sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis, jedoch mit flexiblen und verschiedensten Arbeitseinsätzen. Damit ist die Zeitarbeit ein Beschäftigungsmodell für diejenigen, die ein wechselndes Arbeitsumfeld und neue Herausforderungen mit der größtmöglichen sozialen Absicherung suchen.

Umso unverständlicher sind die jüngsten Änderungen im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG), wie sie seit dem 1. April diesen Jahres in Kraft sind. Insbesondere die Wiedereinführung einer Höchstüberlassungsdauer ist nicht nur Ausdruck einer an der Vergangenheit orientierten Politik, sondern sie untergräbt die eigens von der Bundesarbeitsministerin an die Adresse der Arbeitgeber gerichtete Botschaft, wonach es mehr Flexibilität nur gegen mehr Sicherheit geben soll. 
Exakt das Gegenteil wird erreicht: Weniger Flexibilität für die Kundenunternehmen und mehr Unsicherheit für die in der Zeitarbeit Beschäftigten.

1 vgl. S. 7 Grünbuch/Weißbuch
2 http://www.bmas.de/DE/Service/Medien/Publikationen/A872-gruenbuch-arbeiten-vier-null.html
3 https://www.arbeitenviernull.de/dialogprozess/weissbuch.html
4 Deutsche Telekom AG, Universität St. Gallen: Studie 2015

Grünbuch/Weißbuch

Mit dem Grünbuch Arbeiten 4.0 (2015) warf das BMAS einen Blick in die Arbeitswelt von morgen, skizzierte bestimmte Trends und Handlungsfelder. Damit stieß es einen Dialogprozess mit Experten aus der Wissenschaft und betrieblichenPraxis an. Das Ergebnis dieses umfangreichen Dialogprozesses führte zum Weißbuch Arbeiten 4.0 (2016)5.

5www.arbeitenviernull.de

investor relations