Interview mit XING-Vorstandsvorsitzendem Lars Hinrichs

31. Oktober 2008

Was ist Ihrer Meinung nach das Erfolgsgeheimnis von XING?
Lars Hinrichs: Mit XING betreiben wir das führende europäische Business-Network mit derzeit über sechs Millionen Mitgliedern weltweit. Bei uns finden Mitglieder auf schnellstem Weg die richtigen Entscheidungsträger sowie neue Vertriebskanäle und erreichen Ansprechpartner tausender Unternehmen.
Unsere Mitglieder nutzen XING intensiv als tägliches Businesstool: Im monatlichen Durchschnitt waren 92 Prozent der Premium-Mitglieder auf der Plattform aktiv. Wir verfügen über ein beitragsfinanziertes, skalierbares Geschäftsmodell, ergänzt um die Erlösquellen E-Commerce und Werbung. Derzeit zahlen bereits 470.000 Mitglieder für die XING-Premium-Mitgliedschaft. Kein anderer Social Network-Anbieter weltweit verfügt über einen vergleichbar hohen Anteil an zahlenden Kunden. Zudem sind wir bis heute das einzige Web 2.0-Unternehmen weltweit, das an die Börse gegangen ist.


Sind Netzwerke inzwischen schon wieder auf dem absteigenden Ast? Es gibt so viele, dass man den Überblick verliert.
Lars Hinrichs: Im Gegenteil: Die Bedeutung von Social Networking wird in der Zukunft noch weiter zunehmen. Social Networks – und insbesondere auch die Business-Netzwerke – haben das Potenzial, mittelfristig die bestehenden Portale abzulösen und können somit für Millionen Menschen das Einstiegsfenster ins Internet werden. Es ist für viele Menschen offenbar wichtiger zu wissen, was die eigenen Kontakte machen, als die neuesten redaktionellen Nachrichten zu verfolgen.


Bei einigen Portalen werden von den Usern nicht mehr vollständige Namen oder gar keine angegeben. Werden die Menschen etwas sensibler, wenn es um ihre Daten geht?
Lars Hinrichs: Dass Mitglieder mit ihrer wahren Identität in einem professionellen Umfeld agieren, stellt eine wichtige Vertrauensgrundlage für das Knüpfen von geschäftlichen Beziehungen auf XING dar. Aus diesem Grund ist eine Registrierung nur unter Angabe des vollständigen Namens sinnvoll. Unsere Mitglieder wissen um die Sicherheit ihrer Daten auf XING. Zusätzlich zu umfassenden Schutzmaßnahmen, die wir als Betreiber gewährleisten, haben sie die Möglichkeit, ihre Privatsphäre und somit ihre Daten selbst zu schützen. So können sie per Einstellung festlegen, wem sie welche Daten zugänglich machen. Sie können diese Rechte auch jederzeit wieder entziehen.


Welche Konsequenzen ziehen Sie daraus?
Lars Hinrichs: XING-Mitglieder haben selbst ein Interesse daran, Mitglied eines qualitativ hochwertigen Netzwerks zu sein. Wir stehen im ständigen Dialog mit unseren Mitgliedern und sensibilisieren sie kontinuierlich für den sorgfältigen Umgang mit ihren Daten. Sie informieren uns, wenn ihnen Unregelmäßigkeiten auf der Plattform oder extern auffallen. Jedem Hinweis wird nachgegangen.


Studi VZ und Facebook stehen seit einiger Zeit im Rechtsstreit wegen Diebstahl geistigen Eigentums. Haben Sie ähnliche Probleme?
Lars Hinrichs: In Einzelfällen kommt es vor, dass Dritte versuchen, das Design oder andere Elemente der XING-Plattform zu kopieren. Das Wertvollste – die Funktionalität und das persönliche Netzwerk auf XING – sind nicht 1:1 reproduzierbar. Meistens wurde daher versucht, das Look & Feel der Plattform nachzuahmen. Eine gerichtliche Verfolgung unserer Rechte war in diesen Fällen jedoch nicht erforderlich.

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