Kompetenzfeststellung – die entscheidende Voraussetzung zur Integration in den Arbeitsmarkt

25. Mai 2016

Eine erfolgreiche gesellschaftliche Integration erfolgt durch Spracherwerb und Vermittlung in Arbeit. Wie können die Kompetenzen der Zuwanderer praxisnah erfasst werden?

Über die Herausforderung ein praxistaugliches Verfahren zu etablieren.

Der deutsche Arbeitsmarkt steht vor der gewaltigsten Herausforderung seit der Wiedervereinigung. Tausende von Flüchtlingen sollen integriert werden. Doch wie kann das gelingen angesichts der Tatsache, dass ca. 80 Prozent der aus Kriegs- und Krisengebieten nach Deutschland kommenden Menschen über keine formale berufliche Qualifikation verfügen? Ein Baustein dafür ist die Feststellung von Kompetenzen.

„Sprache, Sprache, Sprache“ — alle Arbeitsmarktexperten betonen die herausragende Bedeutung des Spracherwerbs für die Integration in die Arbeits- und Alltagswelt. Ohne zumindest rudimentäre Deutschkenntnisse können weder Arbeitsanweisungen noch Arbeitssicherheitshinweise verstanden und umgesetzt werden. Erst wenn diese Mindestanforderung erfüllt ist, wird Arbeiten in Deutschland möglich, egal an welcher Position.

„In den meisten Herkunftsländern der Flüchtlinge geschieht Berufsbildung „on the job“, ohne dass darüber ein Zertifikat ausgestellt wird.“

Um heraus zu bekommen, ob eine Fachkompetenz vorliegt und wenn ja welche, gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Verfahren der Kompetenzfeststellung. Bezüglich der Frage nach der schulischen Qualifikation, liegen dazu derzeit lediglich Zahlen aufgrund von Befragungen vor. Danach haben 13 Prozent eine Hochschule, 17,5 Prozent ein Gymnasium, 30 Prozent eine Haupt- oder Realschule und 24 Prozent zumindest eine Grundschule besucht. Nur acht Prozent verfügen über keine Schulbildung (vgl. BAMF Zahlen 2015). Die Einordnung dieser Angaben wird zudem dadurch erschwert, dass die Schulformen in den Herkunftsländern nur bedingt vergleichbar sind mit denen hierzulande.

Bei der Heterogenität der Flüchtlinge wird es kein für alle diese Menschen gleichermaßen geltendes Kompetenzfeststellungsverfahren geben können. Wichtig ist dennoch, dass ein solches Verfahren flexibel ist und zum Beispiel auch berücksichtigt, aus welchem Kulturkreis jemand kommt. Zudem muss es aussagefähig und damit auch auswertbar und gleichzeitig auf eine große Anzahl von Menschen anwendbar sein. Gegebenenfalls macht es darüber hinaus Sinn, die Kompetenzfeststellung in mehreren Nutzersprachen anzubieten. Im Idealfall lassen sich aus den Ergebnissen bereits anschließende Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen ableiten.

„Bei der Heterogenität der Flüchtlinge wird es kein für alle diese Menschen gleichermaßen geltendes Kompetenzfeststellungsverfahren geben können.“

investor relations