Musik macht schlau

Forscher erkennen Tonleitern als wertvolles Instrument zu mehr Bildung und Erfolg. Ein bisher brach liegendes Feld für innerbetriebliche Bildungs- und Motivationsmaßnahmen.

Unterfranken in der Elendszeit nach dem zweiten Weltkrieg. Arbeit ist knapp, die Menschen schlagen sich irgendwie durch. Vier junge Männer aus dem „Gäu“ suchen ihr Glück in der Musik. Als „Ochsenfurter Männerquartett“ ziehen sie durchs Land, um sich ein paar Pfennige zu verdienen. Es läuft zwar nicht alles so, wie es soll, aber wenigstens haben sie ihre Freude an der eigenen Stimme und den Melodien. Und: Sie geben sich nicht auf wie viele andere in dieser Zeit.

Es ist ein wunderbarer Roman, den der Schriftsteller Leonhard Frank, ein klassischer „angry young man“, da vor fast 90 Jahren geschrieben hat. Vor einigen Monaten kam jetzt die wissenschaftliche Bestätigung seines Gedankens: „Jugendliche, die schon in jungen Jahren Musikunterricht hatten, haben bessere Schulnoten als andere. Darüber hinaus sind sie gewissenhafter, offener und ehrgeiziger.“ So jedenfalls interpretieren Forscher die Ergebnisse ihrer Untersuchung auf der Basis von Daten der Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) im DIW Berlin, die sie in der renommierten Fachzeitschrift „Economics of Education Review“ veröffentlichten.

Besonders Jugendlichen aus weniger gebildeten Familien kommt den Forschern zufolge der Musikunterricht zugute. Im Vergleich zu ihren Altersgenossen aus ähnlichen Herkunftsfamilien, die keinen Musikunterricht hatten, weisen sie im Durchschnitt wesentlich bessere Schulnoten vor. Konsequenterweise empfehlen die Wissenschaftler nachdrücklich den außerschulischen Musikunterricht für Jugendliche.

Womit wir bei der Konsequenz dieses Ausflugs ins Feuilletonistisch-Bildungsbürgerliche angekommen wären: Musik als Instrument, um Aus- und Weiterbildung zu verstärken. Wenn wir an alle die Teamtrainings und Motivationsseminare denken, mit denen Lernerfolge verstärkt werden sollen – dann sticht der Mangel an musikalischen Elementen signifikant ins Auge. Genauso, wie es alle Arten von Betriebssportgruppen gibt, aber kaum Betriebsbands oder -chöre.

Liebe Personalverantwortliche: Suchen Sie nach Gitarristen im Team, kaufen Sie einen Schwung „Mundorgeln“ und greifen Sie zum Taktstock! Musik macht schlau und begeistert Menschen. Diese Chance sollten Sie sich nicht entgehen lassen.