Warum sollten Unternehmen ausbilden?

2. Mai 2018

Der Fachkräftemangel stellt Unternehmen vor ernste Probleme. In Deutschland haben 87 % der Industrieunternehmen mit Schwierigkeiten bei der Personalrekrutierung zu kämpfen. Die meisten Betriebe halten mit einem bewährten System dagegen: 72 % von ihnen setzen auf eine Lehrlings- oder Berufsausbildung, wenn es um die Rekrutierung von Mitarbeitern geht. Das zeigen die Ergebnisse einer Deutsch-französischen Studie  im Auftrag von Randstad inhouse Services. Warum ist die Ausbildung so beliebt und für wen lohnt es sich, Azubis im eigenen Betrieb zu beschäftigen?

Ausbildung

Die Ausbildung ist der wichtigste Faktor für den Zugang Jugendlicher zum Arbeitsmarkt. In Deutschland gibt es aktuell etwa 1,3 Millionen Azubis – das Ausbildungssystem ist ein Erfolgsmodell, an dem sich andere Länder bereits orientieren. Die duale Ausbildung ist dabei die beliebteste Variante. Mit ihr bekommen Azubis Praxiserfahrung im Betrieb und lernen gleichzeitig theoretische Grundlagen in der Berufsschule.

Gerade kleine Betriebe haben aber häufig Bedenken, selbst auszubilden. Ihnen machen Betreuungspflichten, Ausbildungsvorschriften und -kosten zu schaffen. Trotzdem kann es sich für sie lohnen.

Ausbilder sind wettbewerbsfähiger

Unternehmen, die ihren eigenen Nachwuchs ausbilden, haben besseren Zugriff auf qualifizierte Fachkräfte. In der Folge sind sie weniger anfällig für die Folgen des Fachkräftemangels. Außerdem bringen im eigenen Betrieb ausgebildete Mitarbeiter genau die Fähigkeiten mit, die auf die Unternehmensziele zugeschnitten sind.

Loyale Mitarbeiter

Mitarbeiterbindung ist wichtig. Wenn langjährige Angestellte das Unternehmen verlassen, geht Wissen verloren und Neubesetzungen sind kostspielig. Eine Ausbildung fördert die Identifikation mit dem Betrieb. In den Ausbildungsjahren lernen Azubis das Unternehmen kennen. Viele fühlen sich ihrem Ausbildungsbetrieb gegenüber verbunden, weil dieser in ihre Qualifikation investiert hat. Das führt zu Loyalität und die Azubis bleiben auch nach der Ausbildung im Unternehmen.

Keine Einarbeitungszeit

Selbst die besten Fachkräfte brauchen eine Einarbeitungszeit, um sich in einem neuen Unternehmen zurecht zu finden. Wenn ein Lehrling seine Ausbildung beendet, ist dieser bereits lang genug im Unternehmen, um die wichtigsten internen Abläufe zu kennen. Häufig übernehmen Azubis schon während der Lehrjahre wichtige Aufgaben.

Die Region stärken

Ausbildungsbetriebe sichern die Lebensqualität in der Region und verhindern die Abwanderung junger Menschen. Der Erfolg spricht für sich. Im Februar 2018 lag die Jugendarbeitslosenquote in Deutschland nur 6,2 %, der Durchschnitt der EU-28-Länder lag dagegen bei 15,9 %

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