Zeitarbeitsmarkt wächst leicht

21. Juni 2016

Aktuelle Lünendonk-Studie macht Daten für 2015 transparent. Zahl der Beschäftigten nimmt auf 930.000 zu, Marktvolumen dehnt sich „minimal“ aus. Stimmung in der Branche von politischer Unsicherheit geprägt.

  • Randstad behauptet Marktführerschaft in Deutschland.
  • Branche sieht Arbeitsplätze durch Regulierung bedroht.
  • Kritischer Blick auf die Berechnung von „Equal Pay“.

Die 25 führenden Anbieter von Zeitarbeits- und Personaldienstleistungen in Deutschland erwarten für das Jahr 2016 nur ein minimales Marktwachstum von 2,9 Prozent. Damit würde die Zahl an Zeitarbeitnehmern in Deutschland stagnieren. Im Jahr 2015 konnten die 25 nach Inlandsumsatz führenden Zeitarbeitsunternehmen ihre Umsätze trotz hoher Übernahmequoten noch durchschnittlich um 4,8 Prozent steigern. Das zeigt die aktuelle Lünendonk®-Liste 2016 „Führende Zeitarbeits- und Personaldienstleistungs-Unternehmen in Deutschland“ des Marktforschungsunternehmens Lünendonk, Mindelheim.

Die Auswertung der Marktdaten durch Lünendonk bestätigte auch 2015 für Randstad die Marktführerschaft in Deutschland. Dort sind 2.500 interne und 54.400 überbetriebliche Mitarbeiter beschäftigt.

Insgesamt stieg die Zahl der Zeitarbeitnehmer in Deutschland nach Schätzungen von Lünendonk im Jahr 2015 um 3,5 Prozent auf durchschnittlich mehr als 930.000. Dabei wurde die durch die veränderte amtliche Erhebungsmethode höhere Zeitarbeitnehmerstatistik berücksichtigt. „Die Entwicklung bei den Top 25 war im Jahr 2015 sehr unterschiedlich, fünf Unternehmen mussten sogar Umsatzrückgänge verkraften“, erläutert Hartmut Lüerßen, Partner von Lünendonk, die Branchenentwicklung. „Das Marktumfeld ist geprägt durch Unsicherheit und einen engen Kandidatenmarkt.“

Geplante Regulierung bedroht Arbeitsplätze

Etwa 70 Prozent der führenden Personaldienstleister in Deutschland rechnen damit, dass die geplante Regulierung der Zeitarbeit Arbeitsplätze bedroht. Ein wesentlicher Kritikpunkt ist dabei die Unsicherheit, auf welcher Basis Equal Pay nach neun Monaten berechnet werden soll und wie sich die durchschnittlichen Einsatzzeiten entwickeln.

„Hier empfiehlt sich eine Orientierung anhand der Lohn-Berechnungsgrundlagen der Branchenzuschlagstarife“, sagt Lüerßen. „Wenn Unsicherheit durch Definitionsunschärfen oder hohe zusätzliche Komplexität zu einem Nachfragerückgang führen, gehen die führenden Anbieter davon aus, dass Zeitarbeitnehmer durch die Regulierung in die Arbeitslosigkeit gedrängt werden.“

Veränderte Schätzgrundlagen für das Marktvolumen

Zum Jahresende 2015 hat die Bundesagentur für Arbeit die Erhebungsmethodik für die Ermittlung der Zahl der Zeitarbeitnehmer in Deutschland verändert und die offiziellen Zeitarbeitnehmerzahlen rückwirkend bis 2013 neu berechnet. Durch diese Veränderungen kommt es zu höheren Zeitarbeitnehmerzahlen in der offiziellen Statistik. In diesem Zusammenhang hat Lünendonk auf Basis neuer Marktinformationen und Benchmarkdaten die Methodik zur Schätzung des Marktvolumens ebenfalls angepasst.

Das Marktvolumen für Zeitarbeit in Deutschland im Jahr 2013 wurde daher neu berechnet mit 25,7 Milliarden Euro. Das Marktwachstum im Jahr 2014 lag demnach bei 8,9 Prozent (Marktvolumen 2014: 28,0 Milliarden Euro), die Zahl der Zeitarbeitnehmer stieg in dem Zeitraum auf Basis der neuen BA-Statistik um 3,9 Prozent auf durchschnittlich 899.292 Zeitarbeitnehmer. Hier wirkt sich die Veränderung der Basiszahlen der Bundesagentur für Arbeit noch mit einem Effekt von 1,2 Prozentpunkten gegenüber dem ursprünglich geschätzten Marktwachstum für 2014 (7,7 Prozent) aus. Im Jahr 2015 stieg das Marktvolumen nach Schätzungen von Lünendonk um 6,4 Prozent auf 29,8 Milliarden Euro.

Studie ab Ende Juni verfügbar

Die detaillierte Lünendonk®-Studie 2016 „Zeitarbeits- und Personaldienstleistungs-Unternehmen in Deutschland“ auf Basis der Befragung über Strukturen, Strategien, Planungen und Restriktionen der 25 führenden und 29 weiterer mittelgroßer und kleinerer Zeitarbeits- und Personaldienstleistungs-Unternehmen in Deutschland ist ab Ende Juni zum Preis von 1.800 Euro (PDF-Datei) verfügbar. Sie kann bei Lünendonk unter www.luenendonk-shop.de bestellt werden.

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