Zusammenarbeit macht Arbeitsplätze gesünder

17. Oktober 2014

Mitarbeiterführung und Arbeitnehmerbeteiligung haben einen großen Einfluss auf die Sicherheit und den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Eine gerade laufende Kampagne der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) will aufklären und sensibilisieren. Sie stellt Informationsmaterial zur Verfügung und veranstaltet einen Wettbewerb für gute praktische Lösungen.

Arbeitssicherheit

Noch nie stand es in der EU so gut um die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Arbeit wie derzeit. Dennoch gibt es jedes Jahr 6,9 Mio. Arbeitsunfälle. Die Zahl arbeitsbedingter Erkrankungen ist noch wesentlich höher. Wie viel menschliches Leid mangelnde Sicherheit und schlechter Gesundheitsschutz verursachen, ist nicht messbar, wohl aber die wirtschaftlichen Kosten: Diese belaufen sich auf 490 Mrd. Euro im Jahr – mehr als die Hälfte der derzeitigen Kosten des EU-Notfallfonds für die Finanzkrise.

Unternehmen profitieren von mehr Sicherheit

Die EU-OSHA trägt mit ihrer Arbeit nach eigenen Angaben dazu bei, „dass die Arbeitsplätze in Europa sicherer, gesünder und produktiver werden“. Die Agentur untersucht, entwickelt und verbreitet verlässliche, ausgewogene und unparteiische Informationen über Sicherheit und Gesundheitsschutz und organisiert europaweite Kampagnen zur Sensibilisierung.

„Es spricht alles dafür, dass die Priorisierung von Gesundheit und Sicherheit nicht einfach nur der richtige Schritt ist, sondern dass davon auch die Unternehmen profitieren“, sagt der EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, László Andor. „Die Vorteile sind: sinkende Kosten bei mehr Produktivität, eine zufriedenere und produktivere Belegschaft, weniger Fehlzeiten und eine geringere Personalfluktuation, weniger Arbeitsunfälle, eine bessere Position bei Lieferanten und Partnern, ein größeres Bewusstsein für die Gefährdungen am Arbeitsplatz und deren Kontrolle sowie ein höheres Ansehen in Bezug auf Nachhaltigkeit bei Investoren, Kunden und Gemeinschaften.“

Beispiele zeigen Erfolge durch mehr Arbeitsschutz

Beispiele aus dem Kreis der Kampagnenpartner zeigen die Vorteile, die sich ergeben, wenn Unternehmen intensiv am Arbeitsschutz arbeiten. Bei Pirelli zum Beispiel haben Verletzungen bei Wartungsarbeiten seit dem Jahr 2008 um rund 30 % abgenommen. Nach Angaben von EU-OSHA ist dies darauf zurückzuführen, dass Ideen aus vorangegangenen Kampagnen in Schulungen eingeflossen sind und so Führungskräfte und Arbeitnehmer innerhalb der Lieferkette erreicht wurden.

„Die wirksamstem Ergebnisse werden dann erzielt, wenn Arbeitnehmer und Manager zusammenarbeiten“, bestätigt denn auch Dr. Christa Sedlatschek, die Direktorin der EU-OSHA. „Die Kampagne zielt daher konkret darauf ab, auf der einen Seite Geschäftsführer und leitende Manager aufzufordern, Führungsstärke zu zeigen, indem sie sich aktiv an der Risikominderung beteiligen, und auf der anderen Seite Arbeitnehmer, deren Vertreter und andere Interessengruppen zu ermutigen, zur Minderung der Risiken mit den Managern zusammenzuarbeiten.“

Auszeichnung für beispielhafte Lösungen

Im Rahmen der aktuellen Kampagne rückt der 11. Europäische Wettbewerb für gute praktische Lösungen („Good Practice Awards“) die besten Beispiele für die Zusammenarbeit von Managern und Mitarbeitern bei der Risikoprävention in den Blickpunkt. Die besten Vorschläge werden im April 2013 vorgestellt Good Practice Award 2012-2013.]Dabei werden Beiträge sowohl von Unternehmen mit weniger als 100 als auch mit mehr als 100 Beschäftigten ausgezeichnet. Zum Abschluss der Kampagne wird es dann im November dieses Jahres einen Gipfel „Gesunde Arbeitsplätze“ geben Video zum Thema.

investor relations