Nebenjob – was arbeitsrechtlich zu beachten ist

19. Mai 2014

Die Zahl der Erwerbstätigen mit Haupt- und Nebenjob nimmt stetig zu. Was zum Thema Nebentätigkeit zu beachten ist, sehen das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) und der Arbeitsvertrag vor.

Laut Medienberichten hat in Deutschland beinahe jeder Zehnte einen Nebenjob. Das Ausüben mehrerer Berufe ist durch das Recht der Berufsfreiheit (Artikel 12 des Grundgesetztes) generell erlaubt. Allerdings kann der Arbeitgeber Einwände gegen eine Nebentätigkeit geltend machen. In diesem Fall sind arbeitsrechtlich einige Besonderheiten zu beachten.

Arbeitsverträge weisen oftmals Regelungen bezüglich Nebenjobs auf. Ist zum Beispiel eine sogenannte Anzeigepflicht vereinbart, muss der Arbeitgeber über die mögliche Nebentätigkeit vorab informiert werden. Wird dies nicht eingehalten, muss der Arbeitnehmer mit einer Abmahnung, im Wiederholungsfalle ggf. mit einer Kündigung, rechnen. Der Arbeitgeber hat zusätzlich das Recht, eine Nebentätigkeit zu untersagen (Genehmigungsvorbehalt). Dies gilt, wenn die Nebentätigkeit gegen unternehmerische Interessen des Hauptarbeitgebers verstößt oder die Arbeitsleistung durch die Nebentätigkeit beeinträchtigt wird. Ausgeschlossen ist auch die Arbeit bei Unternehmen, die im unmittelbaren Wettbewerb zum Arbeitgeber stehen.

Wie lange gearbeitet werden darf, gibt das Arbeitszeitgesetz vor. Innerhalb einer Sechs-Tage-Woche darf eine durchschnittliche Gesamtarbeitszeit von 48 Stunden nicht überschritten werden. Eine vorgegebene elf-stündige Erholungsphase zwischen Arbeitsende und Arbeitsbeginn muss zudem eingehalten werden, wenn die Arbeitszeit über zwölf Stunden beträgt. Es gilt: Die Arbeitszeit beider Tätigkeiten darf die vorgeschriebenen Arbeits- und Ruhezeiten des Arbeitszeitgesetzes nicht überschreiten.

investor relations