Mehr als eine Million offene Stellen in Deutschland

28. August 2014

Die Zahl der offenen Stellen in Deutschland ist angestiegen. Dies vermeldet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) aktuell. Demnach zählte das IAB im zweiten Quartal des Jahres 2014 bundesweit rund 1,064 Million offene Stellen – 127.100 oder 13,6 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2013.

Wie das IAB weiter auf seiner Homepage berichtet, haben die Unternehmen auch mehr sofort zu besetzende Stellen ausgeschrieben als 2013: Ihr Anteil sei „gegenüber dem Vorjahr um drei Prozentpunkte auf nun 76 Prozent aller offenen Stellen gestiegen“, heißt es in der entsprechenden IAB-Pressemitteilung. „Damit zeigt sich die aktuelle Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften auf einem anhaltend hohen Niveau“, wird der IAB-Arbeitsmarktforscher Alexander Kubis zitiert. Von einem flächendeckenden Fachkräftemangel in der Bundesrepublik will Kubis aber nicht sprechen. Stattdessen betont er, dass sich „Engpässe“ auf gewisse Wirtschaftszweige und Berufsbilder konzentrieren. Exemplarisch nennt er technische und soziale Berufe sowie Tätigkeiten im Gesundheitssektor.

Laut eigenen Angaben war die IAB-Untersuchung repräsentativ: Viermal im Jahr würden Betriebe gefragt und Antworten anschließend ausgewertet, erläutert die Pressemitteilung die Systematik der Studie. Mit in die Analyse einbezogen würde „das gesamte Stellenangebot, also auch jene Stellen, die den Arbeitsagenturen nicht gemeldet werden“. Für die Auswertung des zweiten Quartals 2014 hätten Antworten von 9.000 Arbeitgebern in allen Wirtschaftsbereichen vorgelegen.

Die Homepage des IAB liefert als Anlage zum Pressetext auch konkrete Zahlen aus der Untersuchung. In der Rubrik „Stellenangebot nach Qualifikationsniveau in Deutschland“ wird ersichtlich, dass nur 20 Prozent aller offenen Stellen in Deutschland im vierten Quartal 2013 von Ungelernten und Menschen ohne Berufsabschluss besetzt werden konnten. Gleichzeitig – auch dies wird in entsprechenden Statistiken des IAB deutlich – haben aber rund 40 Prozent der Arbeitslosen keine abgeschlossene Berufsausbildung. Und in einer früheren Untersuchung fand das Institut bereits heraus, dass fast jeder zweite Arbeitslose durch das Fehlen einer entsprechenden Berufsqualifikation auf das Helfermanagement beschränkt ist (der BAP berichtete). All dies macht deutlich, dass der Arbeitsmarkt für Menschen ohne Berufsausbildung eng ist, wie auch immer wieder Vertreter der BA betonen.

Die Zeitarbeit kann diesen Menschen konkret helfen, denn sie schafft Perspektiven und integriert gerade auch Gering- und Nichtqualifizierte sowie Arbeitssuchende in den Arbeitsmarkt. Dies wird durch Zahlen belegt: Mindestens 29 Prozent aller Menschen, die in der Zeitarbeit Beschäftigung gefunden haben, können keinen Berufsabschluss vorweisen – dies ist mehr als doppelt so viel wie auf dem Gesamtarbeitsmarkt; dort sind es 13 Prozent. Außerdem rekrutieren die Personaldienstleister nach Daten der BA rund zwei Drittel ihrer Mitarbeiter aus der Personalgruppe, die vorher ohne Beschäftigung waren.

Quelle: BAP, 08. August 2014

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