Arbeitnehmer tragen allgemeines Wegerisiko – auch bei Flugausfall

17. September 2014

Wer erinnert sich nicht an die Aschewolke, die 2010 den Flugverkehr in ganz Europa lahmlegte. Auch aktuell sorgen die Streiks der Lufthansa Piloten für deutschlandweite Flugausfälle. Doch was passiert, wenn der Arbeitnehmer aus diesen Gründen nicht rechtzeitig aus dem Urlaub zurückkehren kann?

Fällt der Rückflug aus dem Urlaub aufgrund unvorhersehbarer Umstände aus, trägt der Arbeitnehmer die damit verbundenen Konsequenzen – auch wenn der Ausfall nicht selbstverschuldet ist. Somit kann der Mitarbeiter für die verpasste Arbeitszeit keinen Sonderurlaub beantragen, sondern lediglich beim Arbeitgeber weitere Urlaubstage – je nach Dauer der Verspätung – einreichen. Ist dies nicht möglich, muss der Arbeitnehmer damit rechnen, dass die fehlenden Arbeitstage bis zur Rückkehr vom Unternehmen nicht vergütet werden. Laut § 616 des BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) muss der Arbeitgeber nur dann den Arbeitslohn bei Fehlzeiten fortzahlen, wenn der Verhinderungsgrund des Arbeitnehmers persönlichen Ursprungs ist, beispielsweise ein Arztbesuch. Davon ausgenommen sind Verhinderungsgründe, wie allgemeine Ausfälle im Straßen- oder Flugverkehr. Ein verzögerter Arbeitsbeginn durch einen ausgefallenen Flug ist jedoch kein Anlass abgemahnt oder gar gekündigt zu werden.

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