Überstunden: Wenn der Chef immer mehr will

7. Oktober 2016

Arbeitgeber erwarten Überstunden oftmals automatisch. Das Fordern und Leisten von Überstunden ist jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen rechtens.

Jeder Arbeitnehmer kennt das Thema: Überstunden. Manchmal werden sie vom Arbeitgeber scheinbar vorausgesetzt. In anderen Fällen werden die Beschäftigten streng dazu angehalten, keine Überstunden anzusammeln. Doch wie sind Überstunden im arbeitsrechtlichen Sinne geregelt?

Überstunden fallen immer dann an, wenn der Arbeitnehmer länger arbeitet, als vertraglich vereinbart wurde. Überstunden liegen aber immer nur dann vor, wenn der Arbeitgeber Kenntnis von den Überstunden hat und diese duldet, wenn auch stillschweigend.

Das Gesetz regelt eine Bezahlung von Überstunden nicht immer eindeutig. Ein Arbeitnehmer kann dennoch Anspruch auf eine Vergütung haben. So gilt beispielsweise eine Bezahlung als stillschweigend vereinbart, wenn zu erwarten ist, dass die Arbeitsleistung den Umständen nach nur gegen eine Vergütung erfolgen kann. Eine „Bezahlung“ in Form von Freizeitausgleich ist nur dann rechtens, wenn der Mitarbeiter dem im konkreten Einzelfall zugestimmt hat und es im Arbeitsvertrag ausdrücklich festgehalten wurde.

Ist ein Mitarbeiter verpflichtet Überstunden zu leisten, wenn der Arbeitgeber es verlangt? Nein, ein Mitarbeiter kann es grundsätzlich verweigern mehr zu arbeiten, als der Arbeitsvertrag es vorsieht. Ein Ausnahmefall gilt bei Notsituationen. Eine Notsituation liegt dann vor, wenn die Existenz des Betriebs gefährdet ist, wie beispielsweise bei Bränden oder Überschwemmungen. Unter Umständen sind Überstunden auch rechtens, wenn sie beispielsweise in einer Einzelvereinbarung oder im Arbeitsvertrag vereinbart wurden.

Was der Arbeitgeber allerdings festlegen kann ist die geltende Arbeitszeit, also zu welchen Uhrzeiten und an welchen Tagen die Beschäftigung erfolgen muss. Das gilt auch für die Arbeit am Wochenende.

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