Ranga Yogeshwar spricht im Interview über die besten Arbeitgeber Deutschlands, die Bedeutung von KI und den Sinn von Arbeit.

Bei der Verleihung des Randstad Award für die besten Arbeitgebermarken in Deutschland konnten die Anwesenden Ranga Yogeshwar live erleben. Der bekannte Wissenschaftsjournalist hielt die Keynote der Veranstaltung und befasste sich intensiv mit der Zukunft der Arbeitswelt. Im Interview mit Randstad Deutschland erklärt er, wie er den Randstad Award erlebt hat und welche Aspekte für ihn am Wichtigsten sind, um als Arbeitnehmer mit seinem Beruf auf Dauer zufrieden zu sein.

Die Fraunhofer-Gesellschaft ist am Donnerstagabend zum zweiten Mal zum beliebtesten Arbeitgeber gewählt worden. Warum sind Forschungsgesellschaften teils attraktiver für Bewerber als andere Unternehmen?

R. Y.: Die Antwort liefert die Studie Randstad Employer Brand Research. Einen großen Einfluss auf die Attraktivität eines Arbeitsplatzes hat die Innovationsfreudigkeit des Arbeitgebers. Hierbei spielt auch die Nutzung neuester Technologien eine wichtige Rolle. Insbesondere junge Bewerber, die die Offenheit der Universitäten gewohnt sind, kommen mit den Strukturen von Betrieben oft nicht so gut klar. Die Fraunhofer-Gesellschaft ist die größte Organisation für anwendungsorientierte Forschung in Europa und stellt somit einen sanften Übergang zwischen der Universität auf der einen und Wirtschaftsbetrieben auf der anderen Seite dar. Das macht sie zurecht zu einem attraktiven Arbeitgeber.

In Ihrem Vortrag haben Sie gezeigt, wie KI in Zukunft unseren Alltag und unsere Arbeitswelt verändern kann. Was würden Sie denjenigen auf den Weg geben, die Angst davor haben, dadurch den Anschluss zu verpassen?

R. Y.: Ich rate allen sich intensiv mit Künstlicher Intelligenz zu befassen. Wenn KI nicht verstanden wird, wird sie zum blinden Fleck und somit zur Quelle von Ängsten. Genau deshalb lautet mein Tipp, sich damit auseinanderzusetzen und darin eine Chance zu erkennen. Wer allerdings „business as usual“ erwartet, der wird sich in der Welt des Wandels schwerer tun als derjenige, der offen für Neues ist. Gerade in der heutigen, modernen Zeit werden die Innovationszyklen immer kürzer und lebenslanges Lernen wird immer wichtiger. Die Offenheit sich auf neue Technologien einzulassen und damit zu arbeiten wird somit zum entscheidenden Erfolgsfaktor.

Die Studie hat auch die wichtigsten Faktoren für Arbeitnehmer ermittelt. Was gefällt Ihnen an Ihrem Arbeitsplatz am besten?

R. Y.: Die „Selbstbestimmtheit“. Ich arbeite als Freiberufler und bin vor über 10 Jahren aus einem festen Angestelltenverhältnis beim WDR in das kalte, aber aus heutiger Sicht wohltuende Wasser gesprungen. Heutzutage wird gerne von der „Work-Life-Balance“ gesprochen. Aus meiner Sicht kann man keine scharfe Trennlinie zwischen Leben und Freizeit ziehen und man sollte sie stattdessen besser als „Work-Leisure-Balance“ bezeichnen. Leben und Arbeit bilden eine Einheit  „Work-Leisure Balance“ grenzt das Leben von der Arbeit nicht so streng ab. Auch Unternehmen sollten den Menschen sehen und nicht nur den „Arbeitnehmer“.  Das Erbringen von Leistung ist wichtig aber die Batterien müssen regelmäßig aufgeladen werden. Das Ziel sollte ein erfülltes Leben sein.  Der Stellenwert der Arbeit hängt dabei entscheidend von der jeweiligen Lebensphase ab. Wenn Sie Menschen aus unterschiedlichen Generationen und zu verschiedenen Lebensabschnitten nach ihrer Bedeutung der Arbeit befragen, werden Sie mannigfaltige Antworten erhalten. Die Bedeutung der Arbeit für unser Leben obliegt einem lebenslangen dynamischen Wandel.