Die Zukunft des Arbeitsmarkts: Active Sourcing und weitere Trends

Arbeitsmarktgespräch über Recruitingmethoden und Digitalisierung

Teilnehmer des Randstad Arbeitsmarktgesprächs in Nürnberg

Wie sieht der Arbeitsmarkt der Zukunft aus? Worauf müssen sich Bewerber, Arbeitnehmer und Unternehmen einstellen? Wie werden Bewerbungsprozesse und die Personalsuche ablaufen? Um diese und weitere Themen ging es beim Randstad Arbeitsmarktgespräch am 20. März 2018 in der Sabel Akademie in Nürnberg. Es wurde deutlich: Prognosen über das Aussterben bestimmter Berufe haben sich bislang nicht bewahrheitet – im Gegenteil. Was aber auf dem Vormarsch ist, sind digitale Recruitingmethoden. Ein Trend, den Unternehmen nicht verpassen dürfen.

Digitalisierung bedroht bisher noch keine Berufsgruppen

Es gibt keine Branche mehr, die nicht die Auswirkungen der Digitalisierung spürt. In einigen Studien wird regelmäßig ermittelt, dass Technologien menschliche Arbeit und damit Berufe ersetzen werden, insbesondere Helfertätigkeiten. „Wir haben diese Erfahrung bislang nicht gemacht“, so Dr. Christoph Kahlenberg, Leiter der Randstad Akademie. „Wir erleben von Seiten unserer Kundenunternehmen eine ungebrochene Nachfrage nach Hilfskräften im gewerblichen Bereich.“

Aber auch solche Berufe, die sich vorwiegend mit Zahlen und Rechnungsprozessen beschäftigen, Aufgaben, die auch von IT-Systemen übernommen werden können, seien nicht vom Aussterben bedroht. „Die Buchhaltungsfachkraft zum Beispiel ist nach wie vor eine begehrte Qualifikation“, so Dr. Christoph Kahlenberg.

Anforderungen im Job ändern sich durch Digitalisierung

Was sich ändert sind allerdings die Anforderungen im Job, das ist auch den Arbeitnehmern bewusst. 60% sagen, dass sie aktuell noch nicht über die Qualifikationen verfügen, die sie zukünftig brauchen (Studie Randstad Arbeitsbarometer). Auch in der Personaldienstleistungsbranche ändern sich Arbeitsabläufe.

„Wir nutzen Technologien da, wo diese Prozesse schneller machen, etwa bei der Suche nach einem geeigneten Kandidaten für ein Kundenunternehmen. Die gewonnene Zeit wird dafür eingesetzt, um sich intensiv und im persönlichen Austausch mit dem Bewerber zu beschäftigen“, erklärt der Leiter der Randstad Akademie.

Millennials wollen sich per Smartphone bewerben

Der Prozess, wie ein Bewerber zum Unternehmen kommt, wandelt sich stark. Dr. Katrin Luzar, Pressesprecherin von Monster, machte das in ihrem Impulsvortrag am Beispiel der Millennials (die Jahrtausender-Generation) deutlich. Das Smartphone nutzt diese Generation ganz selbstverständlich für die Jobsuche und würde das auch gerne für die Bewerbung anwenden. Aber noch sei das zu umständlich, sagen 66% der Befragten (Studie Monster Recruiting Trends 2018), denn viele Unternehmen arbeiten nach wie vor noch mit Bewerbermanagementsystemen, bei denen die Daten alle einzeln eingetragen werden müssen.

One-Klick-Bewerbung: Social Media als Recruitingkanal

Die sogenannte One-Klick-Bewerbung kann dafür die Lösung sein. Mit nur einem Klick laden Bewerber ihr Profil aus einem Business-Netzwerk oder einer Datenbank direkt zum Wunscharbeitgeber hoch.

Viele Unternehmen nutzen mittlerweile auch Social Media als Recruitingkanal. Mehr als die Hälfte hat ihre Aktivitäten in diesem Bereich professionalisiert. Arbeitgeber nutzen Facebook zur Veröffentlichung von Stellenanzeigen und als Employer-Branding-Portal. „Ein gutes Arbeitsklima lässt sich über diesen Kanal besser transportieren, als ein Aufzählungspunkt in einer Stellenanzeige“, erklärt Dr. Katrin Luzar.

Active Sourcing: Bewerber direkt ansprechen

Ein weiterer zunehmender Trend: 60% der Kandidaten wollen lieber selbst von Unternehmen angesprochen werden, als sich zu bewerben (Monster Recruiting Trends 2018). Active Sourcing nennt sich die Methode, bei der Unternehmen aktiv auf potenzielle neue Mitarbeiter zugehen. Das bietet sich insbesondere bei der Besetzung von Vakanzen an, auf die es wenige bis gar keine Bewerbungen gibt.

Chatbots für schnellere Bewerberkommunikation

Sechs von zehn Unternehmen denken, dass in der Personalbeschaffung auch immer häufiger Chatbots zum Einsatz kommen werden. Diese Roboter können einen Teil der Bewerberkommunikation übernehmen. Kandidaten finden das gut, wenn sie dadurch auf Fragen schneller eine Antwort bekommen. Auch einer automatisierten Vorauswahl stehen Kandidaten offen gegenüber, wenn sie dadurch zügiger Feedback zum Bewerbungsstand erhalten.

„Es lohnt sich, wenn Personaler neue Wege in der Personalsuche gehen und sich das Know-how zu den digitalen Recruitingtrends aneignen. Denn am Ende steht im besten Fall ein top-qualifizierter neuer Mitarbeiter“, so Dr. Katrin Luzar.

Von ihren Qualitäten überzeugte am Ende der Vorträge schon mal die neue Generation, die bald in den Arbeitsmarkt eintreten wird. Schüler der Sabel Wirtschaftsschule hatten ein buntes Buffet für die Teilnehmer vorbereitet.

Randstad lädt jährlich Kundenunternehmen, Bildungspartner und Vertreter von Jobcentern und Arbeitsagenturen zum Arbeitsmarktgespräch über aktuelle Themen ein.