Neben dem Stellenabbau in der deutschen Industrie ist die gesamtwirtschaftliche Produktivität derzeit in aller Munde. Welche Rahmenbedingungen können Mitarbeitenden helfen, in ihrem Job produktiver zu arbeiten? Aufschluss gibt das Randstad Arbeitsbarometer 2026 – neben Künstlicher Intelligenz (KI) macht ein diverses, kollegiales Arbeitsumfeld einen Unterschied. Auch das Thema Autonomie spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle in diesem Zusammenhang.

Randstad Infografik „Was Arbeitnehmer produktiver macht“
Randstad Infografik „Was Arbeitnehmer produktiver macht“

Nicht die Präsenz zählt

Im Arbeitsbarometer 2025 gaben 82 % der Arbeitnehmer an, dass sie bessere Leistungen im Job erbringen, wenn sie ein Gemeinschaftsgefühl empfinden. Und auch die Ergebnisse aus diesem Jahr weisen auf einen Produktivitätseffekt von Gemeinschaft hin: 71 % meinen, produktiver zu sein, wenn sie kollaborativ arbeiten und im Arbeitsumfeld diverse Perspektiven berücksichtigt werden. Dies wird durch die Arbeitgeberseite bestätigt: Alle befragten deutschen Unternehmen heben Diversität mit Blick auf das Alter als Produktivitätshebel hervor.

Für Gemeinschaft braucht es keine Anwesenheit im Büro. 2025 meinten 62 % der Befragten, dass Homeoffice und Remote Work das Gemeinschaftsgefühl mit ihren Kollegen sogar stärken würde. „Mehr Präsenz im Büro wird die Produktivität in Unternehmen nicht steigern“, sagt Susanne Wißfeld, Geschäftsführerin Business Innovations & Concepts bei Randstad Deutschland.  „Vielmehr kommt es auf das richtige Arbeitsumfeld an – Mitarbeitende brauchen Freiräume und heterogene Teams, die unterschiedliche Lebensentwürfe und Erfahrungen sowie Perspektiven berücksichtigen.”

KI leistet einen Beitrag – braucht aber mehr Aufmerksamkeit

51 % der Beschäftigten geben dieses Jahr an, dass KI sie im Allgemeinen produktiver macht. Auch 58 % der Arbeitgeber sagen, KI habe die Produktivität der eigenen Mitarbeitenden in den vergangenen zwölf Monaten gesteigert. Allerdings bleiben die Nutzungs- und Trainingsangebote zu KI-Tools ausbaufähig: Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmerer (56 %) wünscht sich hierzu mehr Qualifizierung. „Die Nutzung von KI, und die damit einhergehenden Produktivitätssteigerungen der Mitarbeitenden, setzt die richtigen Skills voraus. Ohne betriebliche Weiterbildungsangebote und eine klare KI-Strategie, in die sie fest integriert sind, werden die KI-Vorhaben im Unternehmen straucheln“, fügt Susanne Wißfeld hinzu.

Ohne Autonomie wird es schwierig

Mit Blick auf die Produktivität spielt auch das Thema Autonomie eine Rolle: 80 % der Arbeitgeber sind der Ansicht, dass mehr Autonomie die Produktivität, Mitarbeiterbindung und Einsatzbereitschaft im Betrieb stärkt. Unter Arbeitnehmern ist Autonomie zudem ein wichtiger Bindungsfaktor: 65 % erklärten sich im Arbeitsbarometer bereit, eine Stelle zu verlassen, wenn ihre Autonomie durch den Arbeitgeber eingeschränkt würde. Und 24 % haben dies bereits getan, weil ihnen nicht genug Unabhängigkeit bei der Erledigung ihrer Aufgaben gewährt wurde.

„KI und Gemeinschaft sind wichtig, müssen aber durch ein gesundes Maß an Autonomie gestützt werden. Denn Autonomie hebt nicht nur die Produktivität, sie bindet die Mitarbeitenden. Und zur Autonomie gehört auch, dass die eigenen Bedürfnisse und Perspektiven berücksichtigt werden. Dies zahlt letztendlich auf die Produktivität im Betrieb ein”, so Susanne Wißfeld. Denn: 54 % der befragten Arbeitnehmer sind der Ansicht, dass sie produktiver und engagierter im Job sind, wenn sie ihr authentisches Selbst sein können.

 

Über das Randstad Arbeitsbarometer

Das Randstad Arbeitsbarometer wurde 2003 eingeführt und deckt inzwischen 35 Länder auf der ganzen Welt ab. Die Studie erscheint einmal jährlich und macht sowohl nationale als auch globale Trends auf dem Arbeitsmarkt sichtbar. Verschiedene Pulse Surveys in ausgewählten Ländern ergänzen im Jahresverlauf das Randstad Arbeitsbarometer mit Einblicken in aktuelle Entwicklungen. Die Befragung wird online unter Arbeitnehmern im Alter von 18 bis 67 Jahren durchgeführt, erwerbstätig oder Einzelunternehmer sind, oder arbeitslos, aber eine künftige Beschäftigung anstreben. Die Mindeststichprobengröße beträgt 250 Interviews pro Land. Jetzt mehr über das Randstad Arbeitsbarometer erfahren!

Zur Person
Susanne Wißfeld
Susanne Wißfeld

Susanne Wißfeld

Geschäftsführerin Business Area North East + Business Innovations & Concepts

Susanne Wißfeld sammelte nach dem Abschluss ihres Biologiestudiums Vertriebserfahrung im pharmazeutischen Außendienst. Ihre Laufbahn bei Randstad begann sie 1999 als Vertriebsdisponentin in Köln. Ab 2005 verantwortete sie als Distriktmanagerin den Distrikt Rhein-Mitte, bevor sie ab 2008 als Regionaldirektorin für die Regionen Mitte und Nord-West zuständig war. 2011 trat Susanne Wißfeld in die Geschäftsführung ein und verantwortete über zehn Jahre die Business Area South West, bevor sie im September 2022 den Bereich Business Innovations & Concepts übernahm. In dieser Funktion verantwortet sie die Entwicklung und das Vorantreiben von Innovationen für den deutschen Markt sowie die Umsetzung zentraler Konzepte. Seit Dezember 2024 ist sie zusätzlich für die Business Area North East zuständig.