4 ¾ Tipps für die Personalarbeit: „Die offene Tür“

1. April 2017

Bessere Zusammenarbeit, gelungener Dialog, mehr Effizienz – alles keine Hexerei. Sondern das Ergebnis einfacher Ratschläge und Empfehlungen aus der neuen Serie „4 ¾ Tipps für die Personalarbeit“. Folge 1: „Die offene Tür“

Mit „Offenen Türen“ verhält es sich am Arbeitsplatz anders als zuhause. Denn da hat niemand vergessen, hinter sich wieder zu zumachen, sondern setzt das Zeichen: „Ich bin zu sprechen.“ Damit die erwünschte Wirkung eintritt, empfiehlt sich ein sorgsamer Umgang mit diesem Instrument.

„Offene Tür“ heißt „offene“ Tür

Die meisten Menschen sind so gestrickt, dass sie nur glauben, was sie auch sehen. Das Versprechen einer „offenen Tür“ gilt es daher auch zu visualisieren – durch eine tatsächlich „offene“ Tür. Kein Klingeln, kein Klopfen, kein Durchziehen eines Zugangsausweises. Auch eine Chefsekretärin oder ein Assistent als „Türsteher“ oder „Schleusenwärter“ mindern die Qualität des Versprechens. Der ehrliche Weg fordert daher von vorneherein die Einschränkung, dass gelegentliche Ungestörtheit eben auch möglich sein muss. „Wenn meine Tür offen steht, können Sie mich jederzeit ansprechen“ klingt zwar nicht ganz so plakativ. Es wird aber als glaubwürdiger verstanden als eine Offenheit, von der jeder weiß, dass sie nicht gehalten werden kann.

„Offene Tür“ heißt „offene Wege“

Wer die traditionellen Wegsperren und Hürden einer Hierarchie verbal aus dem Weg räumt, muss dies auch in der praktischen Umsetzung erledigen. Denn durch diese offene Tür kommen keine Bittsteller oder Untergebene, sondern Gesprächs-Partner, die sich wenigstens in diesem Moment auf Augenhöhe mit ihrer Führungskraft sehen. Dies bedeutet nicht, dass alle alten Regeln außer Kraft gesetzt sind; aber ihre limitierende Wirkung ist in der aktuellen Situation außer Kraft gesetzt. Denn sonst wäre nur eine Tür geöffnet, nicht aber der Zugang.

„Offene Tür“ heißt „offenes Ohr“

Mit dem ersten Versprechen allein lässt sich allenfalls eine oberflächliche Wirkung erzielen. Das Prinzip „offene Tür“ zieht das Überschreiten mehrerer Schwellen nach sich: Denn hinter dieser Tür wartet die Bereitschaft der Führungskraft, sich auf Zuhören und Dialog einzulassen; sich mit den Gedanken und Worten des Besuchers zu befassen; Antwort und Reaktion auf das zu liefern, was da an ihn herangetragen wird – mithin die Bereitschaft, Zeit und Energie zu investieren. Geschieht das nicht, ist die Einladung schnell diskreditiert.

„Offene Tür“ heißt „offenes Wort“

Die Gelegenheit zum Gedankenaustausch außerhalb der üblichen Prozesse und Abläufe sowie das gezeigte besondere Interesse am persönlichen Gespräch sind es wert, den Schritt durch die offene Tür mit phrasenfreier Kommunikation zu belohnen, mit konkreten Fragen und Antworten, am besten mit einer klaren Vereinbarung zum weiteren Vorgehen und zum nächsten Schritt. Das verlangt nach offener, ehrlicher Kommunikation. Wie sie auch bei allen anderen Gesprächen, seien sie spontan oder rituell (z.B. zu Zielvereinbarungen), angebracht ist.

„Offene Türen“ sind in beide Richtungen durchlässig

Führungsarbeit wirkt nicht auf Distanz. Wer den Zugang zum eigenen Arbeitsraum für andere öffnet, darf und sollte ihn selbst auch gelegentlich verlassen und auf andere zugehen.

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