4.0-Standards gehen mit auf Geschäftsreise

22. November 2017

Geschäftsreisende fordern zunehmend die Verlängerung digitaler Prozesse auf ihren dienstlichen Alltag unterwegs. 

Die individuelle Ansprache von Mitarbeitern zu jeder Zeit an jedem Ort sowie der verstärkte Einsatz von Feedback-Funktionen: Was im betrieblichen Alltag als Folge umgreifender Digitalisierung zum Standard wird, sucht inzwischen auch seine Fortsetzung dort, wo Mitarbeiter im Außendienst oder auf Geschäftsreisen mobil sind. „Um tatsächlich alle Mitarbeiter zu erreichen und eine partizipative Unternehmenskultur zu schaffen, ist es wichtig, den unterschiedlichen, vielfach generationenbedingten technologischen Wissensstand zu berücksichtigen und durch konkrete IT-Schulungsprogramme zu überwinden“, forderten daher die Mobilitätsexperten des VDR-Zukunftsworkshops TrendsPort 2017, einem jährlichen Thinktank des Verbands Deutsches Reisemanagement e.V. (VDR).

Arbeit 4.0 gilt auch außerhalb des Büros

Im Mittelpunkt des diesjährigen Arbeitstreffens stand die These: „Geschäftliche Mobilität – ein Baustein für „Arbeiten 4.0“. Denn Globalisierung, Digitalisierung, neue Arbeitswelten, immer kürzere Innovationszyklen und hohe Komplexität – die geschäftliche Mobilität unterliegt starken dynamischen Einflüssen aus Wirtschaft und Gesellschaft. Dem Meta-Thema Digitalisierung wies das interdisziplinäre Team aus Geschäftsreiseexperten renommierter Unternehmen und Institutionen dabei die größte Bedeutung zu.

Persönliche Unterstützung zahlt sich aus

Sie sehen dabei einen direkten Zusammenhang mit der Tatsache, dass auf Dienstreise private, persönliche Bedürfnisse und Gewohnheiten eine größere Rolle als im Büroalltag spielen. „Der Reisende bewegt sich innerhalb der Unternehmensvorgaben, gleichzeitig ist er nicht ständig im Arbeitseinsatz, sondern auch als Privatperson unterwegs“, heißt es in einem Arbeitspapier und folgert: „Unterstützt ihn das Mobilitätsmanagement erfolgreich und hat dabei den Menschen und die Kommunikation mit ihm im Fokus, können die Erfahrungen aus dem Reiseprozess als Erkenntniswerte für das gesamte Unternehmen übertragen werden.“

Raum für Experimente gefragt

Dabei sind aus Sicht des TrendsPort 2017 Standardlösungen künftig nicht mehr das Wichtigste im Mobilitätsprozess. Je mobiler die Daten, desto mobiler werden die Unternehmen. Die Notwendigkeit wächst, eine unternehmenseigene Travel-Keeper-Strategie zu entwickeln. „Dafür muss es in den Unternehmen Raum für Experimente geben, um neue Formen von Reisen und Arbeit zu testen“, sagt VDR-Präsidiumsmitglied und TrendsPort-Teilnehmerin Inge Pirner.

Antwort auf wachsende Autonomie

Dies geschehe in einem Umfeld, in dem geprägt von großen Internet-Unternehmen und innovativen Start-ups der „Mitarbeiter 4.0“ zunehmend autonom agiere und eine Arbeitswelt erwarte, die ihm Individualität und Selbstorganisation ermöglicht. Die Transformation dorthin gelinge, wenn klassische Arbeits-, Zeit-, Raum- und Organisationstrukturen neu gedacht und definiert werden – und dafür „ist ein Paradigmenwechsel in der Unternehmenskultur notwendig“ mit einer Vertrauenskultur als Grundstock, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt und dessen Loyalität zum Unternehmen stärkt. Ein Management-Summary fasst zusammen, wie das Panel die Aufgabe angehen wird.

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