„Charta der Vielfalt“ liefert Impulse und Argumente

Seit 2006 fördert die Unternehmensinitiative die Vielfalt in Firmen und Institutionen. Das bedeutet: zehn Jahre praktische Erfahrung mit einem sensiblen Thema, dessen strategische Bedeutung für viele Personalverantwortliche gerade erst akut wird.

  • „Charta der Vielfalt“ liefert Unternehmen praktische Beispiele für angewandte Diversity–Strategien
  • Unternehmen, die sich Vielfalt der Mitarbeiter zunutze machen, sind wirtschaftlich erfolgreicher
  • Diversity liefert Beiträge zu allen modernen Management-Themen

„Die Vielfalt der modernen Gesellschaft, beeinflusst durch die Globalisierung und den demografischen Wandel, prägt das Wirtschaftsleben in Deutschland. Wir können wirtschaftlich nur erfolgreich sein, wenn wir die vorhandene Vielfalt erkennen und nutzen. Das betrifft die Vielfalt in unserer Belegschaft und die vielfältigen Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden sowie unserer Geschäftspartner.“

Wirtschaftlicher Nutzen von Vielfalt

So beginnt die „Charta der Vielfalt“, die inzwischen 2.250 Organisationen mit insgesamt 7,5 Millionen Beschäftigten unterzeichnet haben. Die Initiative versteht sich als „grundlegendes Bekenntnis zum wirtschaftlichen Nutzen von Vielfalt und zu Toleranz, Fairness und Wertschätzung in der Arbeitswelt und Gesellschaft“. Mit der Unterzeichnung verpflichten sich Unternehmen und Organisationen, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gleichermaßen zu respektieren – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität.

Beispiele für Diversity in der Praxis

Zwar ist der Unterzeichnerkreis prominent mit Adressen aus DAX und großen öffentlichen Institutionen geprägt. Doch von der umfassenden praktischen Arbeit profitieren vor allem kleine und mittelgroße Betriebe, die auf diesem verhältnismäßig neuen Gebiet der Unternehmensführung noch nach Orientierung suchen. So macht die Charta regelmäßig aktuelle Umsetzungsbeispiele für die verschiedenen Aspekte von Diversity öffentlich, die als Anregung und Fallstudie für Dritte dienen.

Grundlage für Personalarbeit

Großen Wert legt die Initiative darauf, die Wechselwirkung von ethischem Handeln und wirtschaftlicher Effizienz sichtbar zu machen. So liefert nach ihren Angaben Diversity solide Beiträge zu zahlreichen aktuellen Managementaufgaben. Sie sind gleichzeitig Grundlage für die Ausrichtung einer zeitgemäßen Personalarbeit, die ihre strategische Funktion innerhalb des Unternehmens erkannt hat und ausbauen möchte.

Folgende Wirkungsfelder hat die Charta der Vielfalt ausgemacht:

  • Nachhaltigkeit: Das Thema Belegschaft wird in Zeiten des demographischen Wandels und des damit einhergehenden Fachkräftemangels immer entscheidender und Organisationen müssen kreativer auf diese Themen reagieren, um langfristig auf die Herausforderungen der Märkte erfolgreich reagieren zu können.
  • Bindung von Beschäftigten: Unternehmen und Institutionen haben eine geringere Fluktuationsrate, weil Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich verstanden und in ihrer Vielfalt als Persönlichkeiten geschätzt fühlen.
  • Effizienzsteigerung: Gemischt zusammengesetzte Teams kommen oft zu kreativeren und innovativeren Lösungen als homogene Gruppen. Ferner führen Wertschätzung und Anerkennung bei den Beschäftigten zu höherer Motivation und größerer Bereitschaft sich einzubringen.
  • Rekrutierung: Eine vorurteilsfreie Organisationskultur ist heute ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Arbeitsplatzes und damit ein wichtiger Faktor beim verstärkten Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Oft ist eine Veränderung der Rekrutierungsprozesse erforderlich, um mit neuen Wegen die besten Talente am Markt anzusprechen, zu gewinnen und an die Organisation zu binden.
  • Imagebildung: Die Öffentlichkeit honoriert Unternehmen und Institutionen, die offen und pluralistisch denken.
  • Gewinnung neuer Kundinnen und Kunden im Inland: Eine heterogene Belegschaft bietet die Möglichkeit eines besseren Zielgruppenmanagements und verbessert den Kontakt zu Kundinnen und Kunden.
  • Erschließung neuer Märkte im Ausland: Organisationen, die Angestellte mit unterschiedlichen ethnischen Hintergründen beschäftigen, haben in Zeiten der Globalisierung größere Chancen, neue Märkte zu erschließen.
  • Senkung von Risiken: Schadensersatzklagen aufgrund des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes sind weniger wahrscheinlich, wenn eine Organisation Diversity Management umsetzt.

Wertschätzung bringt Erfolg

Auch wenn die einzelnen Faktoren unterschiedlich stark ausgeprägt seien, träfen sie auf Unternehmen aller Branchen und Betriebsgrößen zu, heißt es bei der Initiative. Dafür jedoch gelte es den Grundgedanken von Diversity Management aufzugreifen: „Die Wertschätzung der Vielfalt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dient dem wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens. Die Verschiedenheit der Beschäftigten wird bewusst im Rahmen der Personalstrategie und der Organisationsentwicklung gefördert.“