Digitalisierung der Arbeitswelt – eine Branche gibt Antworten

3. August 2018

Veränderungen in der Arbeitswelt sorgen vielfach für Verunsicherung. Da ist ein verlässlicher Partner wichtig.

Digitalisierung der Arbeitswelt – eine Branche gibt Antworten

Eine richtige Diagnose verspricht noch keine richtige Therapie

Schon 2015 stellte die damalige Bundesarbeitsministerin und heutige SPD-Vorsitzende Andrea Nahles fest, flexible Arbeitsformen würden an Bedeutung gewinnen. Es müsse ein „neues Normalarbeitsverhältnis“ entwickelt werden (vgl. „Grünbuch“). Viel getan hat sich seitdem jedoch nicht, jedenfalls nichts Gutes. Die Regierung regulierte die Zeitarbeit mit dem neuen AÜG 2017 noch stärker und droht nun auch befristete Beschäftigung weiter einzuschränken.

Fester Arbeitsvertrag – flexible Beschäftigung

Die Zeiten ununterbrochener Tätigkeit auf ein und demselben Arbeitsplatz neigen sich dem Ende zu. Das erfolgreiche Zeitarbeitsmodell in Deutschland zeigt, dass trotz Verlust des Arbeitsplatzes die Beschäftigung erhalten bleiben kann. Mitarbeiter arbeiten über ihren Dienstleister in einem anderen Unternehmen weiter. Das Beschäftigungsverhältnis ist eben nicht per se an einen Arbeitsplatz gebunden. Ein einzigartiges Modell – das die Zeitarbeit als Arbeitsform der Zukunft prädestiniert.

Lebenslanges Lernen – wie und wer?

Arbeitsplätze verändern sich durch die Digitalisierung immer schneller. Deshalb muss jeder Arbeitnehmer unbestritten sein Leben lang lernen, unabhängig von der Qualifikation, die jemand mitbringt. Menschen ohne besondere Qualifikation erfahren dabei zunehmend, dass sie von der Entwicklung schneller eingeholt werden als andere. Die vermeintlich hiervon ausgeschlossenen qualifizierteren Arbeitskräfte sind jedoch ebenfalls betroffen. Dies stellte das IAB unlängst in einer Studie zur Substituierbarkeit von Tätigkeiten fest. Aber auch hier liefert die Zeitarbeit eine Lösung.

Beste Perspektiven für alle

Kaum eine andere Branche beschäftigt so viele Menschen ohne oder mit veralteter formaler Qualifikation wie die Zeitarbeit. Dennoch sind diese Menschen den steigenden Anforderungen des Arbeitsmarktes keineswegs schutzlos ausgeliefert. Das Gegenteil ist der Fall: Die meisten Zeitarbeitnehmer sind flexibel und lernen immer wieder neue Verfahren kennen und mit ihnen umzugehen. Sie wenden zu einem Großteil informell erworbenes Wissen an und entwickeln dieses weiter. So sind Zeitarbeitnehmer schon heute häufig die Profis von morgen.

Kurzum: Mehr Druck auf den einzelnen Arbeitsplatz und die sich immer schneller verändernden qualifikatorischen Anforderungen - auf beides bietet die Zeitarbeit eine Antwort.

Dr. Christoph Kahlenberg

Dr. Christoph Kahlenberg

Dr. Christoph Kahlenberg ist Manager der Randstad Akademie und Qualifizierungsexperte. Er ist gefragter Referent auf Arbeitsmarktveranstaltungen und Redaktionsmitglied des Politik-Newsletters.

investor relations