Ein Erdbeben verändert ein Land

24. Oktober 2011

Ikumi Maekawa, Communication Manager bei Randstad Japan, spricht über die Zeit nach den Ereignissen in Fukushima.

Wie wird der großen Erdbebenkatastrophe in Ost-Japan begegnet und wie geht man in der Firma mit diesem Problem um?

Ikumi Maekawa: An jenem Tag, einem Freitagnachmittag, lief der Betrieb wie gewohnt. Nach dem Erdbeben hat sich die Firma sofort nach dem Wohlergehen der Kollegen (vor allem der Kollegen in Sendai und Fukushima im Katastrophengebiet) und dem Wohlergehen aller beschäftigten Zeitarbeiter erkundigt. Als die Schadenssituation klar war, gingen wir zu Fuß nach Hause, während es weitere Nachbeben gab. Mehrere Wochen danach waren viele Angestellte in Sorge wegen der Schäden, gleichzeitig waren sie gezwungen, ein eingeschränktes Leben zu führen (Strom-, Gas- und Warenknappheit). Außerdem gab es ernste Geschäftseinbrüche, weil z.B. Kundenunternehmen geschlossen hatten.

Doch nun, ein halbes Jahr nach der Erdbebenkatastrophe, hat sich auch die Konjunktur allmählich wieder erholt. Auch in der Personaldienstleistungsbranche gibt es mehr offene Stellen als vor dem Erdbeben und wir nähern uns der guten Konjunktur vor eineinhalb Jahren.

Gab es neben der staatlichen auf private Hilfe für die Betroffenen?

Ikumi Maekawa: In der gesamten Randstad-Gruppe lief eine Spendenaktion zugunsten der Opfer der Katastrophe. Ich danke allen Angestellten der Randstad-Familie für ihre überwältigende Unterstützung. Ich glaube auch, dass wir als umfassendes Personaldienstleistungsunternehmen ganz Japan, auch dem Katastrophengebiet, durch „Arbeitsunterstützung“ und „Personalunterstützung“ helfen und so den Wiederaufbau Japans mittragen.

Wie hat sich während und nach der Erdbebenkatastrophe die Kommunikation im Land verändert?

Ikumi Maekawa: Bis zwei Wochen nach dem Erdbeben, vor allem direkt danach, war es schwierig, eine Telefonverbindung zu bekommen. Der Grund dafür war, dass viele Menschen, die sich um ihre Familie oder Bekannte sorgten, ihre Verbindung hielten, darüber hinaus hielt die Regierung Telefonverbindungen für Notfälle frei. Währenddessen lief die Kommunikation über E-Mail, Twitter und Facebook im Internet ungestört und viele nutzten E-Mails und soziale Netzwerke als Notfallverbindung. Auch die Kommunikation unter den Angestellten lief über E-Mail.

Was sind die größten Probleme der Japaner und der japanischen Wirtschaft?

Ikumi Maekawa: Abgesehen von der Erdbebenkatastrophe sind es die weiter sinkende Geburtenrate und die Überalterung der Gesellschaft sowie der in naher Zukunft drohende Mangel an Arbeitskräften. Weitere drängende Aufgaben sind die aufgrund des starken Yen ins Ausland abwandernde Binnenindustrie und eine Strategie für wirtschaftliches Wachstum.

Wird sich die japanische Wirtschaft aufgrund der Erdbebenkatastrophe in Zukunft verändern? Wenn ja, in welche Richtung?

Ikumi Maekawa: Seit der Erdbebenkatastrophe wird in der japanischen Gesellschaft mehr unternommen, um den Stromverbrauch zu senken und Strom zu sparen. Außerdem steigt das Interesse an nachhaltigen und sicheren Energiequellen.

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