EURES bringt Bewerber und Arbeitgeber in ganz Europa zusammen

Seit September 2019 ist Randstad Deutschland Mitglied im europäischen Job-Netzwerk EURES. Mit EURES können deutsche Arbeitnehmer in ganz Europa arbeiten – und umgekehrt. Nathalie Rivault, Leiterin der nationalen Koordinierungsstelle (EURES NCO) Deutschland bei der Bundesagentur für Arbeit, erklärt im Interview, was das Netzwerk für Europa leistet.

Frau Rivault, in welchen Ländern wird EURES stark genutzt? 

EURES ist ein paneuropäisches Netzwerk, das in sämtlichen EU-Ländern sowie in Norwegen, Island, Liechtenstein und der Schweiz vertreten ist. EURES Deutschland kooperierte in den letzten Jahren besonders intensiv mit den süd- und osteuropäischen Partnern, wie etwa Spanien oder der Slowakei. 

Welche europäischen Länder sind besonders beliebte Ziele?

Arbeitsuchende zog es in den letzten Jahren hauptsächlich nach Deutschland und Großbritannien. Aufgrund des ungewissen Verbleibs in der EU hat der Zulauf nach Großbritannien jedoch leicht abgenommen. Auch die skandinavischen Länder und Malta sind beliebte Arbeitsorte. 

EURES wird zudem in Grenzregionen besonders stark genutzt. Aufgrund seiner geographischen Lage verfügt Deutschland über die meisten EURES-Grenzpartnerschaften innerhalb Europas. Die langjährige partnerschaftliche Zusammenarbeit in den EURES-Grenzregionen zeigt, wie stark die europäischen Nachbarn miteinander verbunden sind. 

Wie kommt EURES bei den Bewerbern und Arbeitgebern in Deutschland an?

Viele Arbeitsuchende innerhalb Europas kennen und nutzen die Dienstleistungen von EURES. Besonders stark ist EURES in der Information und Beratung von Arbeitnehmern, die in Deutschland arbeiten möchten. Es kommen aber auch viele Anfragen von jungen deutschen Arbeitsuchenden rein, die im EU-Ausland erste berufliche Erfahrungen sammeln möchten. 

Einen besonderen Beratungsbedarf haben GrenzpendlerInnen. Es ist nicht immer einfach, in einem EU-Land zu wohnen und in einem anderen zu leben.

RD EURES
"EURES lebt nach dem Prinzip „know before you go“."
Nathalie Rivault
EURES NCO

EURES lebt nach dem Prinzip „know before you go“: Eine Arbeitsstelle zu vermitteln ist wichtig. Arbeitsuchende müssen aber auch wissen, was sie erwartet. Sie müssen vorbereitet sein. Welche Dokumente muss ich mitnehmen, welche Sprachkenntnisse sind notwendig, um mich gut zu integrieren? Wo bekomme ich Hilfe, wenn ich mit meinem Arbeitgeber Probleme habe?

Auch bei Arbeitgebern erfreut sich EURES großer Beliebtheit. Viele haben bereits positive Erfahrungen mit BewerberInnen aus dem Ausland gemacht und nehmen unsere Dienstleistungen regelmäßig in Anspruch. Für sie ist auch eine Beratung im Vorfeld der Arbeitsvermittlung sehr wichtig. Zudem ist das Thema Anerkennung der im Ausland erworbenen Abschlüsse für Arbeitgeber ein zentrales Thema.  

Welche Stellenprofile werden über EURES besonders angeboten oder nachgefragt? 

Auf dem EURES-Portal findet sich eine sehr große Bandbreite von Stellenangeboten für Berufe, in denen in Deutschland Bewerbermangel herrscht, wie beispielsweise in der Pflege, im Hotel und Gaststättengewerbe oder im Baugewerbe und Metallbereich. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass in vielen europäischen Ländern ähnliche Engpässe entstehen. Ein Beispiel hierfür ist der europaweite Mangel an IT-Fachkräften oder auch an Pflegekräften.

Worauf sollten Arbeitgeber achten?

Der europäische Arbeitsmarkt ist derzeit ein Bewerbermarkt. Dies bedeutet, dass Arbeitgeber sich viel einfallen lassen müssen, um die Aufmerksamkeit mobiler Arbeitskräfte zu bekommen. Dies fängt mit einem gut detaillierten Stellenprofil an, das auch Angaben zu Arbeitszeiten oder Verdienstmöglichkeiten beinhalten sollte. Ob die Firma bei der Wohnungssuche unterstützen oder ihren Mitarbeitern Zusatzleistungen, wie Car-Sharing in den ländlichen Regionen oder sportliche Aktivitäten, anbieten kann, sind ebenfalls hilfreiche Informationen, die für BewerberInnen von großem Interesse sind.