Fördermittel helfen Barrieren überwinden

Für Arbeitgeber, die behinderte und schwerbehinderte Menschen beschäftigen oder neu einstellen, stehen im Rahmen von „Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“ Zuschüsse und Darlehen bereit.

Um behinderten und schwerbehinderten Menschen den Einstieg oder Wiedereinstieg in den Beruf zu erleichtern, leistet die Öffentliche Hand den aktiven Unternehmen finanziellen Beistand. So werden gegebenenfalls von der Deutschen Rentenversicherung Kosten für die Zeit einer Probebeschäftigung übernommen oder Eingliederungszuschüsse geleistet, wenn sich die Arbeitsmarktchancen des Betreffenden dadurch verbessern.

Für die Schaffung neuer Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen einschließlich der behinderungsgerechten Gestaltung ihres Arbeitsplatzes wiederum, sollten Arbeitgeber Zuschüsse oder Darlehen beim Integrationsamt beantragen.

Ferner stehen Arbeitgebern Zuschüsse für eine behinderungsgerechte Gestaltung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen zu. Sie sind möglich, soweit dies erforderlich ist, “um die dauerhafte Teilhabe am Arbeitsleben zu erreichen oder zu sichern“ und wenn eine gesetzliche Verpflichtung des Arbeitgebers nicht besteht.

Probebeschäftigung und Eingliederungszuschuss

Für behinderte oder schwerbehinderte Menschen gibt es besondere Förderbedingungen. Für die Zeit einer Probebeschäftigung können die Personalkosten des Arbeitgebers bis zu drei Monate übernommen werden, wenn sich die Arbeitsmarktchancen des Betreffenden dadurch verbessern. Außerdem können Arbeitgeber Eingliederungszuschüsse zum Arbeitsentgelt erhalten.

Eine Probebeschäftigung soll behinderten und schwerbehinderten Menschen den Einstieg oder Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtern. Alle Beteiligten können in dieser Zeit die Zusammenarbeit ausprobieren. Eine Probebeschäftigung ist innerhalb eines befristeten oder unbefristeten Arbeitsverhältnisses möglich.

Agentur für Arbeit fördert mit

Die Personalkosten für eine befristete Probebeschäftigung eines behinderten oder schwerbehinderten Menschen werden, so „einfach teilhaben“, bis zu drei Monate von der Agentur für Arbeit oder vom Rehabilitationsträger übernommen. Voraussetzung ist, dass sich die Chancen des Betreffenden auf eine dauerhafte Integration ins Arbeitsleben oder einen Arbeitsplatz verbessern. Die endgültige Höhe und die Dauer der Übernahme richten sich nach dem jeweiligen Einzelfall.

Ein Probearbeitsverhältnis mit einem schwerbehinderten Menschen muss der Arbeitgeber dem Integrationsamt innerhalb von vier Tagen melden.  Auf diese Weise sollen in der wichtigen Startphase einer Beschäftigung alle Möglichkeiten der begleitenden Hilfen im Arbeitsleben ausgeschöpft werden. Die gleiche Frist gilt für die Beendigung des Probearbeitsverhältnisses.

Für die Förderung sind die Agentur für Arbeit nach § 238 SGB III und die Rehabilitationsträger nach § 34 SGB IX zuständig.

Eingliederungszuschuss als Option

Arbeitgeber, die behinderte oder schwerbehinderte Menschen einstellen, erhalten einen Zuschuss von bis zu 70 Prozent des berücksichtigungsfähigen Arbeitsentgelts für bis zu 24 Monate. Nach zwölf Monaten ist der Zuschuss je nach Zunahme der Leistungsfähigkeit des Beschäftigten, mindestens aber um zehn Prozentpunkte, zu mindern. Ansprechpartner für die Förderung mit Eingliederungszuschuss sind die Agenturen für Arbeit und die Träger der Grundsicherung nach dem SGB II.

Arbeitgeber, die besonders betroffene schwerbehinderte Menschen einstellen, erhalten einen Zuschuss zu den Lohnkosten von bis zu 70 Prozent des berücksichtigungsfähigen Arbeitsentgelts für bis zu 60 Monate. Bei besonders betroffenen schwerbehinderten Menschen, die das 55. Lebensjahr vollendet haben, kann der Zuschuss sogar bis zu 96 Monate geleistet werden.


Als „besonders betroffen“ gelten z.B. schwerbehinderte Menschen, die

  • wegen Art oder Schwere ihrer Behinderung oder sonstiger Umstände im Arbeitsleben besonders betroffen sind,
  • länger als ein Jahr arbeitslos sind,
  • im Anschluss an eine Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen oder in einem Integrationsprojekt eingestellt werden,
  • als Teilzeitbeschäftigte eingestellt werden oder
  • die zur Aus- und Weiterbildung eingestellt werden.